Mauthausener FPÖ-Vize nennt Radler „strampelnde Terroristen“

Empörung über verbalen Ausritt von LAbg. Nerat im Gemeinderat

Die jüngste Mauthausener Gemeinderatssitzung lässt im Donaumarkt auch Tage später noch die Wogen hoch gehen — und das aus zwei Gründen.

Zum einen versteht man bei der Initiative Kirchenberg nicht, warum nach ohnehin schon zehnjähriger Debatte über einen Geh- und Rad in diesem Ortsteil das Projekt nun zurück an den Start geschickt wird. Immerhin gibt es seit dem Jahr 2015 die Zusage des Landes OÖ, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen.

Dieses Versprechen des damaligen Baureferenten LH-Stv. Franz Hiesl hat laut Initiative Kirchenberg auch der nun zuständige LR Günther Steinkellner (FPÖ) bestätigt.

Dass der Gemeinderat nun mit rot-blauer Mehrheit eine völlig andere Variante auf den Weg gebracht hat, sorgt nicht nur viel Kopfschütteln, vielmehr gibt es große Empörung darüber, wie sich FPÖ-Vizebürgermeister Alexander Nerat in der Gemeinderatsdebatte über Radler geäußert hat. Wörtlich sagte Nerat nämlich: „Auch Fahrradfahrer unterliegen der Straßenverkehrsordnung, das wird gerne von diesen strampelnden Terroristen übersehen“.

In Mauthausen sorgt diese Äußerung schon deswegen für Kopfschütteln, weil der Donaumarkt von den vielen Radtouristen wirtschaftlich kräftig profitiert.

Seine Ablehnung des ursprünglichen Projekts argumentierte Nerat — der pikanterweise auch am Steuer der Donau-Radfähre zwischen Mauthausen und Enns-Enghagen sitzt — unter anderem mit den Worten, das Vorhaben müsse Sinn machen — und zwar nicht nur „für fünf Radfahrer am Tag, und nicht für 15 Fußgänger am Tag“.

Sauer stößt vielen zudem auf, dass SPÖ-Bürgermeister Thomas Punkenhofer den verbalen Ausritt seines blauen Vizes in der Gemeinderatssitzung unkommentiert hinnahm.

„Wahlkampf geschuldet“

Vizebürgermeister Nerat selbst versteht die Aufregung naturgemäß nicht. „Mit einem völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Wort Politik machen zu wollen, ist wohl dem beginnenden Wahlkampf geschuldet.“, sagt er, vom VOLKSBLATT mit seiner Aussage konfrontiert.

Er habe „selbstverständlich“ nicht alle Radfahrer damit gemeint, sondern „in überspitzter Form jene, die durch ihr rücksichtsloses Verhalten andere gefährden“. Kommunalpolitisch geht er zum Gegenangriff über: „Leider fallen immer wieder jene Fraktionen, die nicht unbedingt mit Leistungen glänzen, als besonders diskussionsfreudige Verhinderer und ,Empörer’ auf“, so der FPÖ-Vizebürgermeister.

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