Mautsysteme im Überblick

Die aktuelle Diskussion um die mögliche Diskriminierung ausländischer Autofahrer bei der deutschen Autobahnmaut rückt diese Maßnahme wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Ein kurzer Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt jedenfalls: Fast alle Länder Europas erheben Straßenbenützungsgebühren – auf unterschiedliche Art und Weise.

Generell kann man zwei unterschiedliche Systeme unterscheiden: Die Vignette sowie die streckenbezogene Maut.

Ob zum Kleben oder digital: Die Straßenmaut wird in Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien sowie in der Schweiz und der Slowakei per Vignette eingehoben. Vignettenpflichtig sind in der Regel Pkw, Gespanne, Wohnmobile und Motorräder (nur in Tschechien, Rumänien und Bulgarien sind Motorräder ausgenommen). „Beim Kauf einer elektronischen Vignette sollte man unbedingt die korrekte Angabe seines Kennzeichens prüfen“, empfiehlt Herwig Denk vom ÖAMTC. „So vermeidet man nachträgliche, kostenpflichtige Änderungen beziehungsweise sogar eine Strafverfügung.“ Auch die Gültigkeit sollte man immer im Auge haben. In Slowenien, Rumänien und Bulgarien gibt es beispielsweise Wochenvignetten für genau sieben Tage. Wer also zum Beispiel von Samstag bis Samstag nach Slowenien reist, muss bereits zwei Sieben-Tages-Vignetten zu je 15 Euro, alternativ eine Monatsvignette für 30 Euro, kaufen. Wichtig ist darüber hinaus: Egal, ob Klebe- oder E-Vignette, der Beleg für den Vignettenkauf sollte immer mit an Bord sein.

Anhand der zurückgelegten Strecke wird die Straßenbenutzungsgebühr in vielen europäischen Ländern berechnet – darunter Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal, Serbien, Spanien und die Türkei. „Für die Bezahlung sind fixe Mautstellen eingerichtet, die oftmals Kredit- und Bankomatkarten akzeptieren“, weiß der Bereichsleiter für Mitgliedschaften und Clubservices. „Dennoch empfiehlt es sich, ausreichend Kleingeld in der jeweiligen Landeswährung dabei zu haben, falls die Kartenzahlung nicht möglich ist.“
Einige Innenstädte Europas, beispielsweise London, erheben Gebühren für die Einfahrt mit dem Auto. Hier ist meist keine direkte Zahlung in bar oder mit Kreditkarte möglich – stattdessen ist eine vorherige Registrierung notwendig (meist online, per SMS, Telefon oder Post).