Mediziner: Testen ohne Anlass bringt falsches Sicherheitsgefühl

Negativer PCR-Nachweis ist nur eine Momentaufnahme und schließt eine Infektion nicht aus — Belastet vorhandene Testkapazitäten

Gegen „ungezielte Massentestungen“ und für Screenings für Risikogruppen spricht sich die Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (ÖGIT) aus. In einer Stellungnahme zur SARS-CoV-2-Testung wurde betont, dass Testen ohne Anlass zu einem falschem Sicherheitsgefühl führe.

Denn auch ein negativer PCR-Nachweis ist nur eine Momentaufnahme, schließt eine Infektion nicht aus und entbindet nicht von Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Außerdem belaste präventives Testen ohne begründeten Verdacht die vorhandenen Testkapazitäten und verzögert die Identifizierung von erkrankten Personen, betonten die Experten.

Kranke eher ansteckend als Symptomfreie

Ein positiver Befund bei einer symptomfreien Person stellt noch keine Infektionsdiagnose dar und sagt nichts über die Infektiosität des Getesteten aus, schrieben die Mediziner.

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Zudem sei bei einer Stichprobe, die fast nur aus Gesunden besteht, die Wahrscheinlichkeit für falsche Testergebnisse sehr hoch. Personen, die an Covid-19 erkrankt waren, sollen in den nächsten Monaten danach nicht mehr mit einer SARS-CoV-2-PCR getestet werden.

Überträger von SARS-CoV-2 sind im wesentlichen Personen, „die bereits Covid-19-Symptome zeigen oder kurz davor sind, symptomatisch zu werden“, so die Experten. Deshalb sei es für die Abschwächung der Pandemie wichtig, Menschen mit Symptomen zu testen und diese rasch abzuklären und zu isolieren.

Statt „ungezielter Massentestungen sollten Screenings auf Risikogruppen beschränkt werden, um die Vortestwahrscheinlichkeit zu erhöhen bzw. situationsbedingt auf besonders vulnerable Bereiche wie beispielsweise Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen“.

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