Coronavirus: Lateinamerika wird zunehmend zum Krisenherd

Während Europa und die USA nach Wochen drastischer Corona-Beschränkungen mehr und mehr zur Normalität zurückkehren, entwickelt sich Lateinamerika zunehmend zum neuen Krisenherd. Bis Dienstag wurden auf dem südamerikanischen Kontinent mehr als 52.000 Tote und mehr als eine Million Infizierte gemeldet.

Erst am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewarnt, dass der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht sei. Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten zählt die WHO neben Chile vor allem Brasilien, Peru und auch Mexiko. Die WHO warnte vor einem bevorstehenden Zusammenbruch der Gesundheitssysteme.

Mexiko öffnete seine Wirtschaft weiter, zugleich überschritt es bei der Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie die 10.000er-Mark. Wie das Gesundheitsministerium am Montagabend informierte, stieg die Zahl der Corona-Toten im Vergleich zum Vortag um 237 auf 10.167, die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei 93.435. Das waren 2.771 mehr als am Sonntag.

Der erste Fall in Mexiko war im März registriert worden. Inzwischen hat das Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl (130 Millionen Einwohner) in Lateinamerika auch die zweithöchste Zahl der Todesopfer in der Corona-Pandemie nach Brasilien (mehr als 30.000).

Auch in Chile steckten sich nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins bereits mehr als 100.000 Menschen mit dem Coronavirus an. Über 1.100 sind den Angaben zufolge nach einer Infektion ums Leben gekommen. Zuletzt war es in Chile immer wieder zu Protesten gekommen. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, steht der Großraum Santiago seit Wochen unter Quarantäne.

Weltweit stieg die Zahl der Corona-Todesfälle bis Dienstag auf mehr als 376.200 an, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage von Behördenangaben ergab. Gut 6,3 Millionen Menschen infizierten sich demnach seit Beginn der Pandemie im Dezember. Am schwersten betroffen sind nach wie vor die USA mit mehr als 105.000 Toten und mehr als 1,8 Millionen Infizierten.

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