Mehr als 170 Tote bei Sturzfluten im Jemen seit Mitte Juli

Bei Sturzfluten im Jemen sind in den vergangenen vier Wochen mindestens 172 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zahlreiche Kinder. Sintflutartige Regenfälle hätten zudem landesweit Wohnhäuser und Unesco-Welterbestätten beschädigt, teilten die Behörden in Sanaa am Mittwoch mit. Die humanitäre Lage in dem Land ist bereits wegen des jahrelangen Bürgerkriegs äußerst kritisch.

Allein in der östlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Provinz Marib seien 30 Menschen durch Sturzfluten getötet worden, darunter 19 Kinder, sagte ein Regierungsbeamter. Nach Angaben einer Hilfsorganisation wurde auch ein Lager für Binnenvertriebene in der Provinz überschwemmt.

Im von den Huthi-Rebellen kontrollierten Norden des Landes kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Huthi seit Mitte Juli 131 Menschen durch die starken Regenfälle ums Leben. 124 weitere Menschen wurden demnach verletzt. 106 Häuser seien komplett zerstört worden, 156 weitere stark beschädigt.

Die Unesco berichtete von Schäden an Welterbestätten in den Städten Sanaa, Sabid und Schibam. Der Jemen ist das ärmste Land der arabischen Welt. Im seit Jahren andauernden Bürgerkrieg starben bereits zehntausende Menschen. Nach UN-Angaben sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Vereinten Nationen sprechen von der schlimmsten humanitären Krise weltweit.

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