Mehr als 20 ertrunkene Migranten vor Libyen befürchtet

Nach einem Bootsunglück vor der Küste Libyens befürchten die Vereinten Nationen, dass mehr als 20 Migranten ertrunken sind. Zwei Leichen seien aus dem Mittelmeer geborgen worden, hieß es bei der Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf. Bei einem Bootsunglück vor der griechischen Insel Kreta sind indes mindestens vier Migranten ertrunken, unter ihnen zwei Kinder.

22 Menschen werden nach Unglück vor der Küste Libyens noch vermisst, bei dem ein Schlauchboot gekentert ist. Bei den meisten Opfern soll es sich um Ägypter handeln.

Das Schlauchboot war demnach eines von drei, die am Sonntag in der libyschen Stadt Zawia abgelegt hatten. An Bord seien ägyptische und marokkanische Migranten gewesen. Die libysche Küstenwache habe am Montag 45 Menschen in die Hauptstadt Tripolis zurückgebracht. Der IOM zufolge sind in diesem Jahr auf der zentralen Route über das Mittelmeer nach Südeuropa rund 400 Migranten ums Leben gekommen.

In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg und Chaos. Der nordafrikanische Staat hat sich seitdem zum zentralen Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt.

Nach dem Bootsunglück vor der griechischen Insel Kreta wurden 14 Menschen mehrere Stunden nach dem Unglück noch vermisst. 57 Menschen seien aus dem Wasser gerettet worden, berichtete der Staatsrundfunk (ERT) am Dienstag. Die Küstenwache befürchtet daher, dass es noch mehr Opfer geben könnte.

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Ein Offizier der Küstenwache sagte, das Boot der Flüchtenden sei wegen der starken Winde am Montagabend rund zwölf Seemeilen (rund 22 Kilometer) vor Kreta gekentert. Die Rettungsmannschaften suchten auch mit Hubschraubern nach weiteren Menschen.

Schlepper versuchen immer wieder, Migranten von der türkischen Ägäisküste auf einer gefährlichen Route, die in den meisten Fällen südlich von Kreta verläuft, nach Italien zu bringen. In der Region herrschten am Dienstag Winde der Stärke acht.

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