Mehr als vierhändiges Klavierspiel

Sensationelles Klavierduo Silvan Silver & Gil Garburg bei den Bechstein-Konzerten

Sivan Silver und ihr Partner Gil Garburg
Sivan Silver und ihr Partner Gil Garburg © Frank Eidel

Die vom Klaviersalon Merta organisierten Bechstein-Konzerte im Brucknerhaus sind noch nicht so gut wie erwartet angekommen. Den traditionellen Flügel zu hören, bescherte am Donnerstag einen Klavierduo-Abend mit den aus Israel stammenden, in Berlin lebenden Pianisten Silvan Silver und Gil Garburg auf eine sensationelle Art, die nicht so schnell wieder zu erleben sein wird.

Es ist eine Kunst auf einsamer Spitze, die selten so perfekt ausgeübt wird wie von diesem Künstlerpaar, das seit 20 Jahren als Duo auftritt, in rund 70 Ländern konzertiert hat, weltweit gefragt ist, weil es in der Musikwelt eben unerreicht die Tastatur vierhändig beherrscht. Das hat nichts mehr mit dem landläufig betriebenen vierhändigen Klavierspiel zu tun, sondern da sind zwei völlig gleichwertige Pianisten am Werk, deren einzelne Identität im gemeinsamen Atmen, Fühlen, und Denken aufgeht. Unglaublich präzise und technisch souverän ergänzen sich die Vortragswerte und offensichtlich sind dem Repertoire des Duos keine Grenzen gesetzt.

Der Schubert-Block zu Beginn war allerdings keine so glücklich gewählte Bearbeitung, besonders was die f-Moll-Fantasie betrifft mit ihrer lieblichen ostinaten Melodie, die „verstärkt“ etwas von ihrer Poesie einbüßte. Zwei weitere Moll-Werke, die e-Moll-Fuge und das a-Moll-Allegro „Lebensstürme“, alle aus dem Todesjahr Schuberts, vertrugen in ihrer dynamisch betont differenzierten Darstellung besser das Versenken in die verklärte Stimmung der Werke.

Enthusiastisch gefeiert

Natürlich gibt es auch Komponisten, die für ein Klavierduo schreiben. Als ein solcher hat sich der Vorarlberger Richard Dünser (60) mit „Entreacte“ eindrucksvoll vorgestellt: Bilder, Stimmungen in einem Beziehungsgeflecht, das alle Parameter der Musik in einer Gesamtdramaturgie vereint und durch eine komplexe Schreibweise Einheit in der Vielfalt erreicht. Den Interpreten machte das „Original“ großen Spaß und sicherte dem anwesenden Komponisten eine gelungene Uraufführung.

Unschlagbar zum Höhepunkt erzählten die sympathischen Gäste das bezaubernde Musikmärchen „Scheherezade“ op. 35 von Nikolai Rimski-Korsakow in vier Szenen in einem orgiastischen Klangrausch, bei dem kein einziger instrumentaler Farbton der Orchesterfassung vermisst wurde. Schön wäre es gewesen, den Autor der vierhändigen Version aufs Programm zu setzen. Mit noch zwei Zugaben wird der enthusiastisch gefeierte Abend lange im Gedächtnis bleiben.

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