Mehr tödliche Lkw-Unfälle – Gefahr für Passanten in Stadt

Die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle hat in den vergangenen Jahren um 14 Prozent zugenommen,meldet der ÖAMTC. Von 2012 bis 2017 sind laut Statistik Austria insgesamt 370 Menschen bei Crashs mit Lkw-Beteiligung ums Leben gekommen. Unfallopfer waren aber nicht die Lenker der Schwerfahrzeuge, sondern meist andere Verkehrsteilnehmer. Besonders gefährdet waren dabei Fußgänger und Radler in der Stadt.

Im städtischen Bereich besteht das größte Risiko an Kreuzungen. Besondere Gefahr geht da vom toten Winkel aus – das ist der Bereich, den Lkw-Lenker nicht einsehen können. „Wir appellieren daher im Kreuzungsbereich auch an Fußgänger und Radfahrer, sich bewusst zu sein, dass sie für Lkw-Fahrer oft unsichtbar sind“, sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose am Donnerstag. Jährlich kommen im Durchschnitt 16 Fußgänger oder Radfahrer bei Unfällen mit Lkw ums Leben.

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2012 gab es demnach 1.206 Unfälle, in denen ein Schwerfahrzeug involviert war. Danach gab es zwar einen leichten Rückgang. Aber im Jahr 2017 wurden bereits 1.379 Lkw-Unfälle gezählt – die meisten Todesopfer gab es in Niederösterreich (76), die wenigsten in Vorarlberg (16).

„87 Prozent der bei Lkw-Unfällen tödlich Verunglückten waren andere Verkehrsteilnehmer. Das zeigt, wie gefährlich Lkw als Unfallgegner sind“, sagte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose. Der Verkehrsclub appellierte daher, dass technische Assistenz zur Unfallvermeidung zur Standardausstattung gehören muss.

Bereits seit 2015 müssen laut ÖAMTC in neuen Lkw Notbremssysteme verbaut werden, die im Falle eines Auffahrunfalles die Geschwindigkeit um mindestens zehn km/h reduzieren, ab November 2018 um 20 km/h. „Unsere Tests zeigen aber, dass die modernsten Systeme schon viel weiter sind – hier sollte auch der Gesetzgeber nachziehen“, sagte Nose.