Mehrere G-20-Länder fordern Bekenntnis zum Freihandel

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Zum Beginn des G-20-Treffens der führenden Industrie- und Schwellenländer fordern mehrere Staaten ein Bekenntnis zum freien Handel. „Ich denke nicht, dass sich Protektionismus weltweit ausbreitet“, sagte der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda am Montag in Buenos Aires. Sein brasilianischer Kollege Ilan Goldfajn ergänzte, die Handelswege müssten offen bleiben und neue Zölle vermieden werden.

Die G-20-Finanzminister und -Notenbankchefs treffen sich bis Dienstag in der argentinischen Hauptstadt. Der Handel dürfte dabei ein strittiges Thema werden, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Schutzzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe verhängt hat, die allerdings noch nicht in Kraft getreten sind.

Das deutsche Ifo-Institut befürchtet, dass sich durch die US-Zölle auf Stahl und Aluminium der Protektionismus auf weitere Branchen und Länder ausweitet. „Das könnte zu einer Untergrabung der Welthandelsorganisation WTO führen und die über Jahrzehnte hinweg mühsam erzielten Fortschritte bei der Liberalisierung des Welthandels ernsthaft gefährden“, sagte der Leiter des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, Gabriel Felbermayr. Deutschland müsste laut ifo neue Zölle auf Stahl- und Aluminium-Exporte von 1,7 Mrd. Dollar pro Jahr zahlen und wäre innerhalb der EU am stärksten betroffen.

Die WTO steht ihrem Chef Roberto Azevedo zufolge vor großen Herausforderungen. Vor allem die USA hätten Zweifel an der Arbeitsweise der Organisation angemeldet und drängten auf Reformen, sagte er am Rande eines informellen Treffens von 50 Mitgliedsstaaten in Neu-Delhi. Mehrere Handelspartner der USA erwägen Klagen gegen die US-Maßnahmen bei der WTO.