Mehrheit gegen Flüchtlingsaufnahme

Laut Gallup-Umfrage kühlt sich das Willkommensklima deutlich ab

Unterstützung vor Ort statt uneingeschränkter Aufnahme von Flüchtlingen, ein kritischer Rückblick auf die Flüchtlingspolitik 2015 und eine breite Mehrheit für Stärkung des Grenzschutzes gegen illegale Einwanderung: Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Gallup-Instituts.

Demnach ist die uneingeschränkte Aufnahme von Geflüchteten für die österreichische Bevölkerung kein Thema, nur 5 Prozent sprechen sich dafür aus, eine breite Mehrheit von 77 Prozent gibt es hingegen für humanitäre Hilfe vor Ort.

Ein Grund für dieses klare Stimmungsbild sind die Erfahrungen aus der Syrien-Krise 2015: Nur 32 Prozent sind der Ansicht, dass die Entscheidung zur Grenzöffnung und zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien im Nachhinein betrachtet richtig war, 61 Prozent der Befragten sind gegenteiliger Meinung.

„Es bleibt auch nicht vergessen, dass es seitens der EU kein einheitliches Vorgehen zur Krisenbewältigung gab. Die Unschlüssigkeit der Bevölkerung bei der Entscheidung für ein nationales oder EU-weites Vorgehen spiegelt die Erfahrung wider, dass es von beiden Seiten bisher keine zufriedenstellenden Lösungen in der Flüchtlings- und Asylpolitik gab“, so Andrea Fronaschütz, Leiterin des Gallup Instituts.

Befragt nach den möglichen Szenarien zur Bewältigung einer Flüchtlingswelle aus Afghanistan, befürworten die Österreicher den Ausbau des Grenzschutzes am stärksten (72). Finanzielle Hilfe aus Brüssel für EU-Staaten, die freiwillig Flüchtlinge aufnehmen, heißen 63 Prozent gut.

Die Schaffung von legalen und sicheren Fluchtrouten nach Europa, um Flüchtlingen gefährliche Wege zu ersparen und Menschenschmuggel zu bekämpfen, sehen 52 Prozent positiv.

Bei der Frage zur Rückführung von abgelehnten Asylwerbern, sprechen sich 38 Prozent der Bevölkerung trotz prekärer Zustände für eine Fortsetzung der Abschiebungen nach Afghanistan aus, 42 Prozent sehen einen vorläufigen Abschiebestopp als angebracht. Der Vorschlag der Bundesregierung zur Rückführung von Asylwerbern in die Nachbarländer Afghanistans findet hingegen mit 68 Prozent eine klare Mehrheit.

Auch hier gehen die Meinungen der Anhänger der beiden Regierungsparteien weit auseinander: 83 Prozent der ÖVP- und 43 Prozent der Grün-Sympathisanten können dieser Idee etwas abgewinnen.

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