Mehrzahl der KMU in China bleiben geschlossen

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China bleiben dort die meisten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter geschlossen. Nur etwa drei von zehn dieser Unternehmen würden nach der staatlich verordneten Zwangspause wieder arbeiten, sagte der Sprecher des Industrieministeriums in Peking, Tian Yulong, am Montag.

Die Verkehrsunterbrechungen machten Arbeitern das Reisen schwer und behinderten die Lieferung von Rohstoffen. Die chinesischen Behörden hatten die Ende Jänner begonnenen Neujahrsferien verlängert; Fabriken und Schulen blieben geschlossen, Bahn- und Flugverbindungen gestoppt, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. In China sind bereits mehr als 2.500 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben.

Die kleinen und mittleren Unternehmen in China machen rund 60 Prozent der Wirtschaft des Landes aus. Sie leiden nicht nur unter den Lieferengpässen, sondern auch unter Geldmangel, wie staatliche Medien vergangene Woche berichtet hatten. Mindestens sechs von zehn Betrieben könnten demnach in den kommenden zwei Monaten in Zahlungsschwierigkeiten kommen. Die Regierung in Peking kündigte am Montag Hilfen für kleine Betriebe an.

Präsident Xi Jinping hatte erst am Sonntag versichert, die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie in China seien beherrschbar und “kurzfristig”. Analysten rechnen mit weit gravierenderen Auswirkungen. Die Ratingagentur Moody’s etwa revidierte ihre Prognose für das chinesische Wachstum von 6,1 Prozent nach unten auf 5,4 Prozent.

Für die Weltwirtschaft rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) bisher nur mit geringen Auswirkungen. IWF-Chefin Kristalina Georgieva sagte am Wochenende beim G20-Finanzministertreffen in Saudi-Arabien, die Epidemie werde 0,1 Prozent Wachstum kosten. Sie warnte allerdings, dass die Ausbreitung der Krankheit die weltweite Konjunkturerholung gefährden könne.

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