Mercedes EQC: Elektrische Intelligenz

Tesla hat es vorgemacht – und die klassischen Premiumhersteller ziehen nach. Die Rede ist von exklusiven, und daher teuren, E-Autos, wie es beispielsweise der Mercedes EQC ist. Die Stuttgarter meinen, dass generell „Alles“ für den Fünfsitzer spreche: Reichweite, Ladeinfrastruktur, Sicherheitsniveau und ein faszinierendes Fahrgefühl. Den Beweis muss der 2,5-Tonner nun auch antreten.

Den Schritt in die Elektrowelt hat Mercedes später als andere Hersteller gewagt, dabei hat Tesla gezeigt, wie man Renommee aufbauen und ein Image schaffen kann: Neuer Antrieb, Premium-Anspruch (zumindest auf dem Papier) und tolle Fahreigenschaften (nicht nur auf dem Papier).

Die Schwaben wiederum haben erst 2016 ihre Submarke Mercedes EQ ins Leben gerufen, da kurvte das erste Model S schon seit vier Jahren auf den Straßen. Nun heißt das Modell der Stuttgarter eben EQC; ein Fünfsitzer in bester SUV-Manier mit Coupé-Anleihen, nur eben rein elektrisch betrieben.

Typenschein

Mercedes EQC 400 4Matic

Preis: ab € 75.500,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 94.088,- unter anderem inklusive Electric Art Interieur € 564,-, Premium Plus Paket € 2335,- und Edition 1886 € 15.222,-; einen Mercedes EQC gibt es ab € 75.500,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 0 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 2 Jahre Lackgarantie, Garantie gegen Durchrostung von innen nach außen bis maximal 30 Jahre
Service: alle 25.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motoren: zwei Asynchron-Elektromotoren 300 kW/408 PS, max. Drehmoment 760 Nm, 80 kWh Lithium-Ionen-Batterie
Getriebe: zweistufiges Eingang-Reduktionsgetriebe
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,1 s
Leistungsgewicht: 6,07 kg/PS
Reichweite nach NEFZ: 471 km
WLTP-Verbrauch: 23,3 kWh
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 24,5 kWh

Eckdaten:
L/B/H: 4761/1884/1623 mm
Radstand: 2873 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2475/2940 kg
Kofferraum: 500-1460 Liter
Reifen: 4 x 235/50 R20 100W auf 20“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 8

Den wird natürlich auch stolz mit dem Spruch „Der Mercedes unter den Elektrischen“ beworben, womit klar ist – hier geht´s nicht gegen Kia Niro, Hyundai Ioniq oder Opel Corsa-e sondern gegen Tesla Model X, Jaguar I-Pace oder Audi e-tron.

Wer in dem ausgewachsenen SUV Platz nimmt, wird mit Premium-Ambiente verwöhnt: Das Raumangebot ist üppig, Materialien und Verarbeitung sind grundsolide – eben typisch Mercedes. Die Cockpitgestaltung ist souverän mit den beiden Digitalmonitoren, die sich als eine Einheit über das Dashboard ziehen und jede Menge Infos bereitstellen.

Sie Menüführung via Fingerdruck, Sprachbefehl oder Touchpad auf der breiten Mittelkonsole klappt hervorragend und ist intuitiv möglich. Den Hauch des Analogen verströmt die Steuerung der Klimaanlage; das wuchtige Lederlenkrad wartet wiederum mit etlichen Knöpfen und Drehreglern auf und mutiert somit zur erweiterten Kommandozentrale.

Wenn die Assistenzsysteme übrigens aktiviert sind – also beispielsweise Spurhalteassistent und Abstandstempomat – genügt es, wenn man die Hände einfach am Lenkrad lässt. Den Rest erledigt der EQC – das fällt eben unter das Motto „Elektrische Intelligenz“.

Beim perfekt geräuschgedämmten EQC stellt sich schon auf den ersten Metern das typische Mercedes-Fahrgefühl ein, das man von den großen und luxuriösen Daimler-Baureihen kennt. Extrem komfortabel und gediegen fühlt sich das alles an: das Antriebsgeräusch flüsterleise, die Federung wolkenweich.

Ein Auto wie eine Sänfte. Und dennoch: Wenn’s drauf ankommt, kehrt der rundum vernetzte EQC auch seine sportliche Seite heraus. Das ist bei einer Systemleistung von 408 PS, beziehungsweise einem Drehmoment von satten 760 Newtonmetern auch kein Wunder. Fast ansatzlos entfaltet der EQC seine ganze Kraft, sprintet wie ein Weltklasse-Zehnkämpfer davon und wird schnell von den Tempobegrenzungen des öffentlichen Straßenverkehrs wieder eingefangen, bei voller Kraftentfaltung bewegt man sich mit dem 2,5-Tonner immer im strafzettelgefährdeten Bereich.

Was damit auch einher geht: Die Reichweite nimmt rapide ab. 450 Kilometer sollten es laut Anzeige bei vollem 80-Kilowattstunden-Akku sein. In der Realität sind bei moderater Fahrweise gut 370 Kilometer realistisch. Der Elektro-Daimler lässt sich aber auch sehr gut wohldosiert mit gemäßigtem Temperament wie ein Familienauto bewegen.

Dank des tiefen Schwerpunkts – die Batterie wiegt gut 650 Kilogramm – liegt der Wagen satt auf der Straße und bei schnellen Kurvenpassagen bleiben extreme Wankbewegungen aus. Für das Rekuperieren (Bremsenergierückgewinnung) lassen sich vier Stufen über Schaltpaddel am Lenkrad vorwählen.

Clevere Lösung: Ein Eco-Assistent hilft dem Fahrer beim vorausschauenden Fahren und Sparen. Dazu wird die Topografie via Navi sowie Kamera- und Radar-Sensoren erfasst, um Funktionen wie Beschleunigen, Segeln und Rekuperation zu optimieren. Geladen wird zweiphasig an der Wallbox mit Wechselstrom oder mit bis zu 110 Kilowatt bei Gleichstrom, dort dauert eine 80-Prozent-Ladung 40 Minuten, an der Wallbox elf Stunden.

Fazit

Der Mercedes unter den Premium-Elektroautos.

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