Messa per Rossini (Decca)

Anlässlich des ersten Todestages von Giacchino Rossini (1869) lud Giuseppe Verdi zwölf namhafte italienische Komponisten ein, gemeinsam mit ihm ein Requiem für Rossini zu schreiben. Schon damals haben sich enorme Schwierigkeiten ergeben, die u. a. in den verschiedenartigen Regionen Italiens lagen, die mit der zuvor erfolgten politischen Einigung (noch) nicht in Einklang zu bringen waren. Kurz gesagt, konnte von einem gesamtitalienischen Mythos noch nicht die Rede sein.

So sind auch die zwölf Komponisten, die außer Verdi dafür gewonnen werden konnten, heute weitgehend unbekannt. Zur Uraufführung des bestellten Requiems kam es auch erst 120 Jahre später, nämlich 1988, mit künstlerisch zweifelhaftem Erfolg. Die nun vorliegende Einspielung mit dem Ensemble der Mailänder Scala unter Chefdirigent Riccardo Chailly bestätigt dies eindrucksvoll. Eigentlich ist nur das Kyrie von Antonio Buzzolla hörens- und erwähnenswert, alle anderen Requiemteile sind konventionelle Musik des 19. Jahrhunderts.

Das „Libera me“ von Verdi selbst ist freilich weit mehr als eine Vorstudie zu seinem eigenen Requiem, hier spürt man die Pranke des Genies. Die Solisten Maria Siri, Veronica Simeoni, Georgio Berrugi, Simone Piazzola und Riccardo Zanellato runden den Gesamteindruck einer unausgeglichenen und eigentlich nicht zwingend notwendigen Aufnahme ab. Immerhin für Raritätensammler, aber nur für diese, empfehlenswert.