Messerattacke in Dolni Dvoriste: Dreieinhalb Jahre Haft

53-Jähriger wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung verurteilt

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LINZ/DOLNI DVORISTE — Im Prozess nach einer Messerattacke in Dolni Dvoriste (Unterhaid) gleich gegenüber dem Grenzübergang Wullowitz vom Februar 2017 ist gestern ein gebürtiger Vietnamese in Linz zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 53-Jährige soll im Streit einen 43-jährigen Bekannten mit einem Messer schwer verletzt haben. Die Geschworenen sahen in der Tat keinen Mordversuch, sondern nur eine absichtlich schwere Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte und das spätere Opfer hatten immer wieder Pensionisten nach Tschechien ins Casino gefahren. Darunter war auch die Mutter des 43-Jährigen, was diesem aber wegen der Spielschulden nicht recht war. Am 25. Februar 2017 kam es deswegen am Parkplatz eines Glücksspieltempels in Dolni Dvoriste zu einer Auseinandersetzung zwischen den Männern, die eskalierte.

Sieben Stiche mit Klappmesser

Laut Anklage soll der 53-Jährige dem anderen mit einem Klappmesser nicht nur sieben — nicht allzu schwere — Stichverletzungen zugefügt, sondern auch versucht haben, ihn in die Herzgegend zu stechen, was das Opfer nur mit äußerster Anstrengung abwehren konnte. Das Opfer trug bleibende gesundheitliche Schäden davon.

Der Fall war bereits im Herbst des Vorjahres vor Gericht verhandelt worden – damals war absichtlich schwere Körperverletzung angeklagt. Der Schöffensenat sprach aber ein Unzuständigkeitsurteil, weil der Verdacht des versuchten Mordes im Raum stand. Deshalb musste sich der 53-Jährige gestern erneut verantworten.

Die Entscheidung dürfte den acht Laienrichtern schwer gefallen sein. Die Frage, ob es sich um einen Mordversuch gehandelt hat, wie die Staatsanwaltschaft es sah, beantworteten vier von ihnen mit Ja, vier mit Nein. Die Frage nach dem Tatbestand der absichtlich schweren Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen bejahten sie mit sechs zu zwei. Der Angeklagte muss dem Opfer 5000 Euro Teilschmerzensgeld zahlen. Weder Anklage noch Verteidigung gaben eine Erklärung ab. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

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