Meuterei im Weißen Haus

Regierungsmitarbeiter: Torpedieren Präsidenten, um Katastrophe zu verhindern

Wer ist der Verräter? Donald Trump im Oval Office flanktiert von Vize Mike Pence und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen.
Wer ist der Verräter? Donald Trump im Oval Office flanktiert von Vize Mike Pence und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen. © AFP/Ngan

Im Weißen Haus ist eine stille Rebellion gegen den Hausherr im Gang: Führende Mitarbeiter arbeiten aktiv daran, Donald Trumps Politik zu untergraben, um Schaden vom Land abzuwenden. Das schrieb am Donnerstag ein sich selbst als ranghoher Regierungsmitarbeiter bezeichnender Autor anonym in einem Leitartikel für die New York Times.

In dem Artikel geht es um die Darstellung einer gezielten Torpedierung von Trumps Politik durch die eigenen Mitarbeiter. Ihr Ziel sei es, die „fehlgeleiteten Impulse“ des Präsidenten zu bändigen. „Das Dilemma – welches er nicht ganz begreift – ist, dass viele ranghohe Beamte seiner eigenen Regierung unablässig daran arbeiten, Teile seiner Politik und seiner schlimmsten Einfälle zu vereiteln“, heißt es in dem Beitrag. „Ich sollte das wissen, ich bin einer von ihnen“, heißt es weiter.

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Der Autor betont, sich der Politik der Republikaner weiterhin verpflichtet zu fühlen und nicht aufseiten der Demokraten zu stehen. Aber: „Wir glauben, unsere erste Verpflichtung gilt diesem Land, und der Präsident handelt weiterhin in einer Weise, die der Gesundheit unserer Republik schadet.“

Der Präsident reagierte wütend: Er sprach von „Verrat“ und forderte die „Auslieferung“ des Autors „an die Regierung“, sollte er „wirklich existieren“.

Schon am Vortag hatten Auszüge aus einem demnächst erscheinenden Buch des Watergate-Aufdeckers Bob Woodward Trumps Zorn erregt. Darin wird Ähnliches beschrieben, wie in dem NYT-Leitartikel.