Michaela Kastel: Mit mir die Nacht

Schlachthäuser, die für Folterspiele genutzt werden, Wellnesstempel mit Zwangsprostitution im Keller und Killer, die nach Art von Ego-Shooter-Spielen reihenweise ihre Gegner ausschalten — „Mit mir die Nacht“ von Michaela Kastel ist ein Thriller, in dem das Böse allgegenwärtig ist und der Leser gute Nerven braucht.

Die 1987 geborene frühere Buchhändlerin schließt dabei an ihren im Vorjahr erschienenen Roman „Ich bin der Sturm“ an und lässt eine vergewaltigte, gedemütigte und geschundene Frau zu einem Rachefeldzug aufbrechen.

Es wird ein Gemetzel. Erzähltechnisch bewegt sich „Mit mir die Nacht“ ganz an der Oberfläche und gleicht damit jenen Filmen, die düstere Welten in einem comicartigen Stil auf die Leinwand bringen: So überdreht, dass man die geschilderten grausamen Ereignisse von sich fernhalten kann, doch mit vielen kleinen Widerhaken, die sich beim Lesen festsetzen.

Und so kämpft in Kastels Buch eine Madonna mit Dämonen, die ständig ihre Gestalt zu wechseln scheinen. Freund oder Feind? Teufel oder Engel? Das ist mitunter schwer zu entscheiden.

Michaela Kastel: Mit mir die Nacht. Emons Verlag, 286 Seiten, 20,60 Euro

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