Michelle wartet sehnsüchtig auf die Freigabe für die Rehabilitation

Langsam erholt sich die junge Frau aus St. Marien von ihrem lebensrettenden Eingriff in der Schweiz – Noch ist Schonhaltung gefragt

Bis Michelle wieder auf einen Ball gehen kann, ist es noch ein langer Weg. Aber die Operation in der Schweiz ist gut verlaufen. Jetzt wird auf die Freigabe für die Rehabilitation gewartet.
Bis Michelle wieder auf einen Ball gehen kann, ist es noch ein langer Weg. Aber die Operation in der Schweiz ist gut verlaufen. Jetzt wird auf die Freigabe für die Rehabilitation gewartet. © privat

ST. MARIEN — Voll ausgezahlt hat sich für Michelle Pfeferle aus St. Martin der medizinische Eingriff in Zürich in der Schweiz. Mittlerweile ist sie wieder zu Hause in Oberösterreich. Es ist aber noch Schonhaltung angesagt.

Die Jugendliche, die im Dezember 2001 mit einem Hüftproblem geboren wurde, leidet – wie sich mit eineinhalb Jahren herausgestellt hat – an einer seltenen Krankheit, bei der die Muskeln fast nicht wachsen. Zuletzt konnte Michelle, da sich ihre Wirbelsäule extrem verkrümmt und in sich verdreht hatte, nur noch auf der rechten Hüfte sitzen – viele Organe, vor allem die Lunge, waren schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden.

Heimische Ärzte waren nach etlichen Operationen mit ihrem Latein bereits am Ende, nur ein Mediziner der Schultes-Klinik in Zürich wagte sich – wie berichtet – an den lebensrettenden Eingriff. Doch davor gab es für die zierliche 17-Jährige, die bei 1,50 Metern Größe nur 23 Kilogramm wiegt, eine lange Phase des Zuwartens.

Überlebenschance lag nur bei 20 Prozent

Michelle war mit ihrer kleinen Schwester Alina und ihrer Mutter im Herbst 2018 zur Behandlung nach Zürich gereist, erst heuer am Gründonnerstag kam das Okay, mit der Streckbehandlung, die der Operation vorausgehen musste, zu beginnen. Am 27. Juni erfolgte der Eingriff, bei dem sich das Mädchen bewusst war, dass ihre Überlebenschancen nur bei 20 Prozent lagen.

Michelle schilderte zwei Wochen nach der Operation, dass sie trotz vieler Eingriffe noch nie so extreme Schmerzen hatte. „Der Arzt meinte, das wundere ihn nicht, da er mich wie ein Puzzle komplett auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt hat“, berichtet die tapfere junge Frau. Nach anfänglichen Wundheilungsstörungen verbessert sich Michelles Gesundheitszustand mittlerweile Schritt für Schritt. Ende Juli wurde sie zunächst für eine Woche in die Linzer Kinderklinik verlegt, am 2. August durfte sie dann endlich wieder nach Hause.

„Das große Wiedersehen mit Freunden hat ihrer angeschlagenen Psyche sehr gut getan. Noch ist aber Schonhaltung angesagt. Sie darf sich nicht alleine aufsitzen. Aber dem Arzt ist es gelungen, dass Michelle jetzt wieder am Hintern sitzen kann“, erzählt ihre Mutter Sabrina im VOLKSBLATT-Gespräch: „Die Schmerzen sind zwar noch nicht ganz weg, aber Michelle will keine Schmerzmedikamente mehr nehmen.“

Ende September erfolgt die erste Kontrolle in der Schweiz, wo sich die Familie erhofft, dass die Jugendliche ein Okay für die geplante Reha in Wilhering erhält. Bei ihren Freunden und Unterstützern bedankt sich Michelle via Facebook mit den Worten: „Ihr seid alle unbezahlbar. Eure Schutzengel haben bei mir eine gute Arbeit geleistet. Danke fürs Borgen.“

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