Microsoft baut Cloud-Rechenzentrum in Ostösterreich um 1 Mrd. Euro

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Mitten in der Corona-Krise gibt es auch noch mehr als erfreuliche Ankündigungen für den Wirtschaftsstandort Österreich.

Wie der IT-Riese Microsoft am Dienstag gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck bekannt gab, will das US-Unternehmen eine Cloud-Rechenzentrumsregion im Osten der Alpenrepublik etablieren.

Eine Milliarde Investment

Das Vorhaben ist mit enormem finanziellen Aufwand verbunden: In den kommenden vier Jahren will Microsoft rund eine Milliarde Euro investieren, kündigte Österreich-Chefin Dorothee Ritz am Dienstag bei einem Pressetermin mit Kurz und Schramböck an.

Damit sollen auch enorme Jobchancen geschaffen werden, wurde betont. Marktforscher IDC habe den gesamtwirtschaftlichen Nutzen eines solchen Rechenzentrums für die kommenden vier Jahre mit mehr als zwei Milliarden. Euro berechnet. wurde betont.

29.000 Arbeitsplätze

„Das ist ein dringend benötigtes Wirtschaftswachstum und schafft zusätzliche 29.000 Arbeitsplätze in den nächsten vier Jahren“, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith in einer eingespielten Video-Botschaft. Jobs sollen nicht nur bei Microsoft selbst, sondern auch bei Kunden und lokalen Partnerfirmen entstehen. Es handle sich um die bei weitem größte Investition, die Microsoft je in Österreich gemacht habe, so Smith.

Daten in Österreich

Das Rechenzentrum in Österreich bedeute, dass die Daten direkt in Österreich verarbeitet werden, unter der Governance und Kontrolle der EU-Datenschutzgrundverordnung, so Österreich-Chefin Ritz. Wo genau die neuen Anlagen stehen werden, wurde am Dienstag allerdings nicht verraten. Es werde sich um mehrere Rechenzentren in Ostösterreich handeln, die sich gegenseitig sichern, erklärte die Microsoft-Verantwortliche. Die genauen Standorte könne man aus Sicherheitsgründen nicht nennen, hieß es.

Insgesamt wird sich Österreich bei Microsoft mit den nun getätigten Investitionen in der weltweiten Cloudgemeinschaft mit 64 Regionen etablieren. An der Spitze Europas

„Unser erklärtes Ziel ist es, eines der besten Länder Europas im Bereich der Digitalisierung zu sein“, betonte Kurz, „weil wir wissen, dass unsere Wirtschaft, unsere Industrie nur wettbewerbsfähig bleiben kann, wenn wir in diesem Bereich besonders gut aufgestellt sind.“ Dementsprechend wurde am Dienstag auch die Einrichtung eines „Center of Digital Excellence“ angekündigt, um die IT-Infrastruktur und den IT-Einsatz im öffentlichen Dienst zu modernisieren.

Großflächige Ausbildung

Dazu soll unter anderem ein zweijähriges Trainingsprogramm für Angestellte im öffentlichen Dienst eingerichtet werden. Insgesamt sollen auch in Zusammenarbeit mit dem AMS bis 2024 rund 120.000 Menschen in Österreich IT-Schulungen bekommen.

Als Teil des Centers will das Wirtschaftsministerium zudem gemeinsam mit Microsoft ein Cybersecurity-Netzwerk einrichten, zu dem unter anderem Universitäten, Wirtschaftskammern, Vertreter der Industrie und Datenschutzorganisationen gehören sollen. Ziel ist es, die IT-Sicherheitserfordernisse für Cloud-Computing neu zu definieren.

Wirtschaft zufrieden

Die Reaktion seitens der Wirtschaftsverteter auf die Ankündigung fiel erwartungsgemäß sehr positiv aus. „Die heutige Ankündigung eines umfangreichen Engagements seitens Microsoft in Österreich setzt ein wichtiges und zukunftsweisendes Signal für einen starken, innovativen Technologiestandort Österreich“, so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV).

„Das ist eine großartige Chance für den IT-Standort Österreich“, stieß Mariana Kühnel, stelllvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, ins gleiche Horn. „Das Engagement von Microsoft werde viel dazu beitragen, Digitalisierungschancen besser zu nutzen“, ist sie überzeugt.

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