Migranten spalten Regierung in Rom

Lösung für 49 Bootsflüchtlinge passt Lega-Chef Salvini nicht

Eine der Odyssee: Migranten gehen in Malta von Bord, was in Rom die Wogen hochgehen lässt.
Eine der Odyssee: Migranten gehen in Malta von Bord, was in Rom die Wogen hochgehen lässt. © AFP/Mirabelli

Nach Wochen auf dem Mittelmeer konnten die insgesamt 49 Migranten an Bord von zwei Rettungsschiffen am Mittwoch in Malta an Land gehen. In Rom aber sorgt diese Lösung für Streit in der populistischen Regierung, da Regierungschef Giuseppe Conte die Aufnahmen von ein paar der Migranten zugesagt hat. Das passt dem Lega-Chef und Vizepremier Matteo Salvini nicht.

Seit 19 Tagen befanden sich 32 Migranten an Bord der „Sea Watch 3“ der deutschen NGO Sea Watch. Weitere 17 Migranten waren am 29. Dezember vom Schiff der deutschen NGO Sea Eye, „Professor Albrecht Penck“, gerettet worden. Die 49 wurden am Mittwoch an Bord von maltesischen Marineschiffen genommen und an Land gebracht. Von dort sollen sie nun auf Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, die Niederlande und eben Italien aufgeteilt werden. Laut dem maltesischen Premier Joseph Muscat wurde für 249 weitere in Malta gestrandete Migranten eine Verteilung vereinbart.

In Rom legt sich aber Salvini quer. „Ich bin und bleibe absolut gegen neue Migrantenankünften in Italien“, bekräftigte er bei einem Besuch in Warschau. Europa gebe „den Erpressungen der Schlepper und der NGOs nach“. Salvini beschuldigte den parteilosen Conte, ihn über die Verständigung zur Umverteilung der Migranten nicht informiert zu haben. Und er forderte eine Erklärung vom Koalitionspartner, der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung, die ebenfalls für die Aufnahme von einigen der 49 Bootsflüchtlinge war.

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