Mikaela Shiffrin sucht ihr Selbstvertrauen

Die von Selbstzweifeln geplagte Skikönigin macht sich selbst den meisten Druck

Ein Siegerbild mit ihr selbst nur auf Rang drei behagt Mikaela Shiffrin (rechts) sichtlich wenig.
Ein Siegerbild mit ihr selbst nur auf Rang drei behagt Mikaela Shiffrin (rechts) sichtlich wenig. © APA/Gindl

Sie fährt derzeit nicht, wie gewünscht. Die zweite Slalom-Niederlage in Folge löste bei Mikaela Shiffrin arge Selbstzweifel aus.

Die US-Seriensiegerin hatte nach Rang drei in der Flachau hinter Petra Vlhova (SVK) und der Schwedin Anna Swenn Larsson gemeint, „wir sind in der Realität angekommen.“ Shiffrin erklärte ferner, dass sie derzeit nicht so Ski fahre, wie gewünscht.

Sie hatte dabei mit den Tränen gekämpft, die Rekord-Gewinnerin von 43 Weltcuptorläufen war deutlich angeschlagen, von Selbstvertrauen keine Spur. „Ich war vor allem deshalb so lange oben, weil ich härter gearbeitet habe, als die anderen. Aber Siege können schnell vorbei sein. Auch ich muss ständig Schritte nach vorne machen.“

Die Lockerheit fehlt

„Anfang der Saison hat sie noch locker gewonnen. Jetzt grübelt sie“, analysierte Flachau-Hausherr Hermann Maier, Atomic-Rennchef Christian Höflehner ergänzte: „Zagreb, der Sturz in Zauchensee und die Vorjahres-Niederlage haben Auswirkungen. Aber es kommen wieder Tage, an den Mika Vlhova was zum Nachdenken gibt.“

Die 24-jährige Shiffrin dominiert den Damen-Skiweltcup der Damen trotz einiger „Wackler“ seit Jahren vor allem über den Slalom, wo sie lange Zeit unschlagbar zu sein schien.

Derzeit ist aber Vlhova besser in Fahrt. Die Slowakin ist auch die einzige Läuferin, die Shiffrin in den vergangen drei (!) Jahren bezwungen hat. Die besondere Klasse Vlhovas erkennt Shiffrin auch ohne Umschweife an. „Petra macht derzeit alles besser als ich, ihre Technik ist perfekt. Deshalb ist sie derzeit die Beste und kann jeden Kurs gut fahren.“

Vlhova nahm das Lob erfreut zur Kenntnis, noch im Zielraum hatte es eine Umarmung zwischen den beiden Kontrahentinnen gegeben. „Der Kampf zwischen uns ist gut und ich verstehe, wenn Mika sauer ist. Auch sie will immer gewinnen“, meinte die gleichaltrige Liptauerin. „Ich habe Riesenrespekt, sie ist ein Champion.“

ÖSV im Hintertreffen

Das können Österreichs Asse aktuell nicht von sich behaupten. Die ÖSV-Läuferinnen warten seit schon 49 Rennen auf einen Slalomsieg, verpassten mit Katharina Liensberger auf Rang fünf erneut einen Podestplatz.

Die Leistungen, mit den Plätzen fünf, sechs, acht und elf sowie insgesamt sechs Mädchen in den Punkterängen waren für ÖSV-Slalomchef Johannes Zöchling aber „sehr in Ordnung“.

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