Milben haben wieder Hochsaison

Nicht nur Schnupfenviren reizen derzeit wieder die Schleimhäute in der Nase, sondern auch Hausstaubmilben fordern Allergiker heraus. Vor allem bei Menschen mit Asthma kann dies zu Atemnot führen. Pneumologie-Primar Josef Bolitschek vom Ordensklinikum Linz warnt vor chronischen Spätfolgen und rät zur Abklärung beim Lungenfacharzt.

„Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind nicht die mikroskopisch kleinen Tierchen in den Matratzen die Allergieauslöser, sondern die winzigen, eiweißhaltigen Kotballen der Milben“, erklärt Primar Josef Bolitschek, Vorstand der Pneumologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen:

„Diese Eiweißmoleküle sind so klein, dass sie mit dem Hausstaub über die Atemwege in die Lungenschleimhäute gelangen. Dort bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper), die zur vermehrten Ausschüttung des körpereigenen Gewebehormons Histamin führen und eine leichte Entzündung der Schleimhäute in Augen, Nase und Bronchien auslösen können.”

Kratzen, Jucken, Niesen

Hilfreiche Tipps

  • Die optimale Raumfeuchtigkeit liegt bei vierzig bis sechzig Prozent. Schlafräume mehrmals täglich fünf Minuten lüften.
  • Am besten täglich Staub von glatten Flächen – offenen Bücherregalen, Böden – mit einem feuchten Tuch entfernen.
  • Bettdecken sollten – egal, ob aus Synthetik oder Daunen – bei 60 Grad gewaschen oder gereinigt werden. Die Bettwäsche nicht ausschütteln.
  • Stofftiere, in einem Plastiksack einen Tag lang in den Gefrierschrank legen. Die abgetöteten Milben im Freien abschütteln.
  • Staubfänger entfernen: Ist trotz der genannten Maßnahmen keine Linderung eingetreten, dann alle Staubfänger wie Vorhänge, Teppichböden, Dekokissen, Tagesdecken und Stofftiere aus dem Schlafzimmer entfernen.

Typische Symptome sind juckende oder geschwollene Augen, vermehrtes Niesen, eine verstopfte Nase und/oder erschwertes Atmen. „Bei Menschen mit Asthma bronchiale können die allergischen Reaktionen sogar Atemnot verursachen. Es sollte daher regelmäßig der Lungenfacharzt aufgesucht werden, um Spätfolgen wie chronisches Asthma oder COPD zu vermeiden. Vor allem Raucher haben ein erhöhtes Risiko. Auch ein hartnäckiger allergischer Schnupfen sollte behandelt werden, um die Entwicklung von Asthma zu verhindern“, warnt Bolitschek.

Hausstaubmilben sind in nahezu allen Haushalten in einer Höhe von bis zu 1500 m über dem Meeresspiegel zu finden. „Untersuchungen zeigen, dass vor allem Menschen, die z. B. neben einem Fluss wohnen, wesentlich häufiger unter einer Hausstaubmilben-Allergie leiden, als Bewohner trockenerer Gebiete“, so Bolitschek: „Und die Wirkung verstärkt sich oft, wenn zusätzlich im Hausstaub noch Katzenhaarallergene sind.“

Mithilfe einer sogenannten Hyposensibilisierung – Betroffenen wird über einen bestimmten Zeitraum das Allergen in steigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt – kann man die Empfindlichkeit und damit auch die Reaktion auf das Allergen sehr gut reduzieren. Die Erfolgsraten liegen zwischen 70 und 80 Prozent.

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