Mildes Urteil für Nachwuchs-Räuber

14-Jähriger wollte Geld von Gleichaltrigen — Jetzt Anti-Gewalt-Training

LINZ — Ein 14-Jähriger musste sich gestern vorm Landesgericht Linz verantworten, nachdem er im März an einer Bushaltestelle in Leonding versucht haben soll, einem Gleichaltrigen Geld zu rauben. Laut Anklage drückte er ihn gegen die Glasscheibe und durchsuchte ihn.

Geld bekam der Schüler mit tschetschenischen Wurzeln keines — sein Opfer hatte nichts dabei. Zwei junge Zeuginnnen, eine 11-Jährige und eine 12-Jährige, zeigten dabei Zivilcourage. Sie kündigten an, eine Lehrerin zu informieren. Dies beeindruckte den Nachwuchsräuber nicht. Im Gegenteil, er drohte den Schülerinnen sogar Schläge an.

Das Gericht zeigte sich gestern milde. Der 14-Jährige, der wegen Raubes angeklagt war, wurde „nur“ wegen minderschweren Raubes verurteilt. Und zwar zu acht Monaten, zwei davon unbedingt. Ob er die Strafe antreten muss, ist noch ungewiss, denn der Jugendliche erhielt einen Strafaufschub von einem Jahr. In diesem muss er ein Anti-Gewalt-Training absolvieren.

Danach kann er einen Antrag auf nachträgliche Strafmilderung stellen. Ob dies genehmigt wird, ist ungewiss, zumal der Bursch schon vor seinem 14. Geburtstag mit Raub, Einbruch und Nötigung aufgefallen war – zu Prozessen kam es aufgrund des Alters nicht.re

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