Millionenverluste durch Online-Riesen

Ökonom Schneider sieht Mehrwertsteuerlücke bei bis zu 680 Mio. Euro

Online zu bestellen hat während der Krise noch mehr Nachfrage erhalten, die Steuern bleiben allerdings selten in Österreich.
Online zu bestellen hat während der Krise noch mehr Nachfrage erhalten, die Steuern bleiben allerdings selten in Österreich. © Pixavril - stock.adobe.com

Der Online-Handel boomt, nicht nur mit Nachteilen für den teilweise während des Lockdowns geschlossenen Handel, sondern auch für den Staatshaushalt.

Dem heimischen Fiskus sollen alleine heuer bis zu 680 Mio. Euro an Mehrwertsteuer-Einnahmen durch ausländische Onlinehändler wie Amazon oder Alibaba entgehen.

Das errechnete der Linzer Ökonom Friedrich Schneider, wissenschaftlicher Leiter der Initiative Wirtschaftsstandort OÖ (IWS). „Sehr viel Geld, das gerade in Zeiten wie diesen – mit milliardenschweren Finanzhilfen – dem Staatshaushalt dringend fehlt“, betont Schneider.

Bei Annahme der gleichen Mehrwertsteuerlücke von 8 Prozent für den ausländischen Distanzhandel und bei Annahme der Mehrwertsteuerlücke im ausländischen Distanzhandel von allen EU-Ländern in Summe von 7 bis 8,5 Mrd. Euro ergebe sich folgendes Ergebnis: In Österreich werde die Mehrwertsteuerlücke im Jahr 2020 im ausländischen Onlinehandel zwischen 560 und 680 Mio. Euro betragen, erläuterte Schneider.

„Der Staat sollte zuerst alle Steuern einheben, die von den Paketempfängern bezahlt und ohnedies fällig sind, bevor wieder neue Steuern eingeführt werden“, so IWS-Geschäftsführer Gottfried Kneifel.

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Die technische Umsetzung sei problemlos möglich: der Strichcode auf jedem Paket, per Scanner auf eine Plattform übertragen, könnte der Finanz die offenen Mehrwertsteuer-Beträge der Konzerne liefern.

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