32 Tote nach Anschlag auf Demonstranten in Ostafghanistan

Bei einem Anschlag in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind am Dienstag mindestens 32 Menschen getötet worden. Weitere 128 Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der lokalen Gesundheitsbehörde, Najib Kamawol. Ein Selbstmordattentäter habe sich inmitten von Demonstranten auf einer Überlandstraße in die Luft gesprengt, sagte Khogiani.

Die Straße führe von der Provinzhauptstadt Jalalabad zum Grenzübergang Torkham nach Pakistan. Die Proteste im Bezirk Mohmand Darah seien gegen einen Kommandanten der Lokalpolizei des Bezirks Shinwar gerichtet gewesen, sagte die Provinzrätin Nilofar Asis. Die Menschen in dem Gebiet fühlten sich von ihm drangsaliert.

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Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, seine Gruppierung habe mit dem Anschlag nichts zu tun. Insidern zufolge bereiten sich die Taliban auf eine neue Runde von Friedensgesprächen mit den USA vor. Die radikalen Islamisten strebten an, über einen Gefangenenaustausch zu verhandeln, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Führer der Taliban würden zur Zeit die Zusammensetzung der drei- oder vierköpfigen Delegation sowie Themen besprechen.

Weitere Explosionen fanden am Dienstag in der Stadt Jalalabad und dem Bezirk Behsud statt. Dabei wurden ein Jugendlicher und vier weitere Personen verletzt, hieß es in einer Erklärung des Pressebüros der Provinzregierung. Wer das Ziel der im Vorhinein platzierten Bomben gewesen sei, sei unklar.

Neben den radikalislamischen Taliban ist die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in der Provinz Nangarhar präsent. Vor allem in der Provinzhauptstadt Jalalabad kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Attentaten. Mindestens neunmal wurden dort in diesem Jahr wenig geschützte zivile Institutionen – sogenannte weiche Ziele – angegriffen. In den vergangenen Monaten wurden lokalen Medienberichten zufolge in der Provinz mindestens 160 Zivilisten getötet und mehr als 490 verletzt.