Ein Toter und drei Verletzte bei Anschlag in Jerusalem

Bei einem Anschlag in der Altstadt von Jerusalem sind am Sonntag nach Krankenhausangaben ein Israeli getötet und drei weitere verletzt worden. Ein mutmaßlich palästinensischer Angreifer eröffnete nach Polizeiangaben das Feuer. Der Attentäter wurde nach Angaben eines Polizeisprechers von Sicherheitskräften erschossen. Neben einem Gewehr habe er auch ein Messer bei sich gehabt, hieß es. Scharf verurteilt wurde der Anschlag von Österreichs Regierungsspitze.

Nach Angaben von Sanitätern wurden bei dem Vorfall in der Nähe des Tempelbergs vier Männer verletzt, einer von ihnen starb später im Krankenhaus. Ein Polizeisprecher beschrieb den Schützen als einen Bewohner Ost-Jerusalems und sagte, er sei mit einer Maschinenpistole bewaffnet gewesen. Israels Minister für innere Sicherheit, Omer Bar-Lev, teilte am Sonntag mit, der Angreifer sei Mitglied der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas gewesen. Zwei der von ihm erschossenen Personen waren Zivilisten, von denen einer starb, sagte der Sprecher, die beiden anderen Verwundeten waren Polizisten.

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas begrüßte den Anschlag in Jerusalem. „Diese heilige Stadt wird weiter kämpfen, bis zur Vertreibung des fremden Besatzers, und wird sich der verhassten Realität der Besatzung nicht unterwerfen.“

In Österreich wurde der Anschlag verurteilt. Das Außenministerium zeigte sich auf Twitter „entsetzt über den feigen Terrorangriff in Jerusalem“ und bekräftigte seine Solidarität mit Israel. Der Tweet wurde auch von Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) weiterverbreitet. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), der erst in der Vorwoche die Jerusalemer Altstadt besucht hatte, verurteilte den Anschlag „auf das Schärfste“. „Es ist wichtig auch zu zeigen, dass Gewalt uns nicht vertreibt und keine Lösung ist. Wir stehen klar und unmissverständlich an der Seite Israels und seiner Sicherheit“, so Nehammer in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Sharif) mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Es kommt im Bereich der streng bewachten Anlage immer wieder zu gewaltsamen Vorfällen.

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Der Vorfall ist der zweite Anschlag in Jerusalem innerhalb von vier Tagen. Am Mittwoch hatte ein 16-jähriger Angreifer zwei israelische Grenzpolizisten mit einem Messer verletzt. Er wurde von den Sicherheitskräften erschossen.

Rund 200.000 Israelis leben in Ost-Jerusalem, wo auch 300.000 Palästinenser wohnen. Der israelische Siedlungsbau in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland ist völkerrechtlich illegal. Er wurde unter allen israelischen Regierungen seit 1967 fortgesetzt. Die Palästinenser wollen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Israel beansprucht die gesamte Stadt als seine ewige und unteilbare Hauptstadt.

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