Minoriten-Codex: Virtuose Violinsonaten aus Wien

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Keineswegs stecken hinter dieser Debüt-CD „nur“ die gewohnten virtuosen Violinsonaten, sondern diejenigen aus dem Wiener Minoriten-Codex, die eine auf alte Musik eingeschworene Geigerin aus OÖ mit Entdeckergeist ausfindig machte.

Nina Pohn, Sonderpreisträgerin des internationalen Biber-Wettbewerbs 2019, begab sich auf die Suche nach bisher kaum beachteter österreichischer Barockliteratur und stieß auf das Manuskript XIV 726 des Wiener Minoritenklosters mit seinem reichen Sonatenschatz aus insgesamt 102 Werken.

Für die teilweise Ersteinspielung wählte sie sieben Sonaten aus Nr. 81 bis 87, meist anonyme Stücke, oder komplette Abschriften der Drucke von den Komponisten Ignatio Albertino, Heinrich Ignaz Biber sowie Johann Jakob Walther.

Durchwegs spektakuläre Violinmusik, die das Violinspiel der damaligen Zeit authentisch zum Hören bringt: Mehrstimmigkeit, staunenswerte Passagenfertigkeit, eine mit Raffinement beherrschte Bogentechnik.

Damals waren auch die Geigenhaltung oder der frühbarocke Bogengriff von Bedeutung, was Pohn ebenso beherzigte. Da sitzt wirklich ein Steinchen auf dem anderen, wenn man dazu auch ihre mitmusizierenden Partner unter die Lupe nimmt: Martin Riccabona (Orgel und Cembalo) und Peter Trefflinger (Violone). Dieses Trio sollte unbedingt seine Entdeckungsreise in den Minoritenkonvent fortsetzen und die „CDisten“ für weitere Schätze aus dieser antiken Sammlung begeistern können.

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