Gutes Tour-Debüt für Misolic, auch Rodionov in Kitz weiter

Filip Misolic zog in Kitzbühel ins Achtelfinale ein © APA/BARBARA GINDL

Filip Misolic mit einem gelungenen Debüt auf der ATP-Tour und Jurij Rodionov haben am Montag jeweils ihre Erstrunden-Aufgaben beim Generali Open in Kitzbühel mit Zwei-Satz-Siegen gelöst. Der erst 20-jährige Steirer Misolic besiegte den brasilianischen Lucky Loser Daniel Dutra da Silva mit 6:2,7:6(6), der 23-jährige Rodionov setzte sich gegen den argentinischen Qualifikanten Hernan Casanova bei dessen ATP-Tour-Debüt sicher nach 81 Minuten mit 6:4,6:2 durch.

Damit stehen zwei von insgesamt fünf ÖTV-Spielern bei Österreichs größtem Sandplatz-Turnier im Achtelfinale. Rodionov misst sich am Mittwoch mit dem als Nummer 3 gesetzten Roberto Bautista Agut (ESP), Misolic trifft nun entweder auf Lorenzo Sonego (ITA-9) oder Pablo Andujar (ESP), seinen Gegner kennt er erst am Dienstag.

Die weiteren drei heimischen Hoffnungen sind allesamt am Dienstag im Einsatz: Dominic Thiem trifft um 19.30 Uhr (live ServusTV) auf Alexander Schewtschenko (RUS), noch nicht fixiert sind die Spielzeiten von Sebastian Ofner gegen Richard Gasquet (FRA-10) und Gerald Melzer gegen Yannick Hanfmann (GER).

Misolic hat seinen rasanten Aufstieg im ATP-Ranking von Platz 354 seit Jahresbeginn in die Top 200 bestätigt. „Ich freue mich sehr, vor allem hier in Kitzbühel zu Hause vor so einem Publikum. Es ist unglaublich hier zu spielen“, meinte Misolic, der kroatische Eltern hat, am 8. August 2001 in Graz geboren wurde und Rechtshänder ist. Schon in der Früh habe er sich sehr auf sein Debüt gefreut. „Das war das beste Gefühl in meiner Karriere“, meinte er zu seinen Eindrücken, als er auf den Center Court von Kitzbühel gegangen ist.

Zum Tennis ist Misolic schon mit sechs Jahren gekommen. „Ich habe zum Geburtstag einen Tennisschläger bekommen und habe ihn nicht mehr aus der Hand gelassen.“

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Misolic trainiert in Kroatien mit Ante Andric, immer wieder aber auch in der Südstadt auch mit ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer, der aber nicht als Coach von Misolic zu bezeichnen ist. „Verbessern muss ich alles, aber die Rückhand ist ziemlich gut. Heute habe ich auch sehr gut aufgeschlagen“, sagte Misolic, dessen Vorbilder früher Andy Murray und dann Dominic Thiem waren. Gegen ihn hatte er in Salzburg vor einigen Wochen auch Satzbälle, ehe Thiem dann den ersten Sieg seit seinem Comeback feierte.

Die Top 200 sind nun schon wieder erreicht. So muss sich Misolic neue Ziele setzen: „Das nächste Ziel ist es, so schnell wie möglich in die Top 150 reinzukommen.“ Ihm ist der Übergang von Future- auf Challenger-Ebene rasant gelungen, dann folgte im Mai schon der erste Challenger-Titel in Zagreb. „Ich habe ziemlich schnell von Future zu Challenger gewechselt, am Anfang war es nicht leicht. In der letzten Zeit ist es mir gelungen, dass ich einen Challenger-Titel hole, da ist es vom Selbstbewusstsein her auch viel leichter.“

Im Match hatte Misolic seinem Kontrahenten gleich zweimal den Aufschlag abgenommen. Im zweiten führte er nach einem frühen Break schon mit 6:2,5:3. „Ich war das ganze Match dominant, aber am schwierigsten ist es, das Match zuzumachen. Es waren viele Gedanken im Kopf“, gestand Misolic. Im Tiebreak lag er schon mit 2:5 zurück, drehte dieses aber und ersparte sich bei Temperaturen um 33 Grad einen dritten Satz. Nach 1:53 Stunden verwertete Misolic seinen zweiten Matchball.

Noch glatter verlief der erste Auftritt von Rodionov. Nach seinem dritten Versuch steht der Niederösterreicher erstmals in der Gamsstadt in Runde zwei. Zuvor war er 2018 und 2019 jeweils zum Auftakt an Dennis Novak gescheitert. Im Kampf um das Viertelfinale trifft er am Mittwoch auf den als Nummer 3 gesetzten Roberto Bautista Agut (ESP). Rodionov ist aktuell als Nummer 145 im ATP-Ranking Österreichs Nummer eins.

„Ich bin auf jeden Fall erleichtert, dass ich endlich nach so vielen Jahren meinen ersten Sieg in Kitzbühel errungen habe“, sagte Rodionov. Er habe „ganz gut gespielt“. Der Aufschlag und seine Volley-Leistung habe ihn zufrieden gestellt. „Aber gegen Leute wie Bautista Agut muss auch einiges noch besser werden.“

Die Nummer-1-Position in Österreich im ATP-Ranking kümmere den gebürtigen Nürnberger gar nicht. „Ich wäre lieber Top 100 als die Nummer eins in Österreich, wenn jemand vor mir ist, freue ich mich für ihn.“

Er verfolge natürlich auch den Wiederaufstieg von Dominic Thiem und drücke dem Ex-US-Open-Sieger die Daumen. „Ich freue mich, wenn er sich verbessert, weil das insgesamt auch besser ist für mich und für das österreichische Tennis.“

Die vergangenen Wochen seien für ihn auf dem Platz nicht so gut verlaufen. „Es tut gut, wieder einen Sieg zu erringen. Ich hoffe, ich kann den Schub mit in die nächste Runde nehmen.“

Gegen Bautista Agut wird Rodionov, der seit nunmehr wieder rund einem Jahr vom Deutschen Richard Waite gecoacht wird, allerdings Außenseiter sein. „Bautista auf Sand wird sicher nicht angenehm werden, ich werde sicher viel leiden müssen, aber ich werde bereit sein.“

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