Mit 2,9 Promille auf A8 eingeschlafen: Rettung unter Lebensgefahr

48-Jährigem gelang es, Lenkerin aus dem Gefahrenbereich zu bringen

PICHL BEI WELS — „Es ist wirklich erschreckend, dass keiner stehen geblieben ist!“ Thomas Baumgartner aus Pram verhinderte am späten Dienstagabend — unter Lebensgefahr — vermutlich einen schlimmen Unfall auf der Innkreisautobahn (A8). Dort war im Bereich Pichl bei Wels eine sturzbetrunkene Lenkerin (42) mit ihrem Wagen liegen geblieben und am Steuer eingeschlafen — und zwar am zweiten Fahrstreifen.

Es war das unerwartete Ende eines entspannten Tages in der Therme mit der Ehefrau: Als der psychologische Berater aus Pram kurz nach 23 Uhr auf die A8 auffuhr, sah er den schwarzen Skoda mit eingeschalteter Warnblinkanlage und bremste ab. „Beim langsamen Vorbeifahren bemerkte meine Frau eine Person, die über dem Lenkrad lag“, erzählt Baumgartner im VOLKSBLATT-Gespräch. Er stoppte sofort am Pannenstreifen, legte den Retourgang ein, platzierte seinen Van hinter dem Fabia und weckte die Fahrerin. Schon beim Öffnen der Türe schlug ihm die Alkoholfahne entgegen.

Plötzlich weitergefahren

Baumgartner entschloss sich, mit seinem Auto jenes der Frau abzusichern, stieg ein und wollte ein paar Meter zurücksetzen. „Doch plötzlich fuhr die Lenkerin weiter“, sagt er. Baumgartner folgte ihr und es gelang ihm, den Wagen auf den Pannenstreifen zu drängen und zum Stehen zu bringen. „Als die Frau das Fenster öffnete, zog ich den Schlüssel ab“, erzählt der Retter, für den die Aktion alles andere als ungefährlich war. „Zu diesem Zeitpunkt war reger Lkw- und Rückreiseverkehr“, gesteht er ein. Manchmal sei schon ein Fahrzeug stehen geblieben, aber nur kurz, dann seien alle wieder weitergefahren.

Die alarmierte Polizei nahm sich schließlich der 42-Jährigen an. Sie hatte — wie der Alkotest ergab — unglaubliche 2,9 Promille intus und war mit ihrem Wagen durch eine Reifenpanne zum Stehen gekommen. Zum Glück hatte sie noch vor ihrem Schläfchen den Knopf für die Warnblinkanlage gedrückt.

Wie ist Ihre Meinung?