Mit DNA zum richtig guten Stoff

„Eine Frau mit berauschenden Talenten“: Die Huppert wird zur Dealerin

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie wissen, dass ein junger Mann zwischen Punkt A und Punkt B richtig viele (ja, richtig viele!) Drogen versteckt hat. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie hätten genug kriminelle Energie, um sich auf die Suche danach zu machen, um den guten Stoff unter die Leute zu bringen. Wie gehen Sie vor?

Ich wette, es würde Ihnen nicht einfallen, einen ausgemusterten Polizeihund aus dem Heim zu adoptieren und sich sein Drogennäschen zu Nutze zu machen. Patience Portefeux (Isabelle Huppert) jedoch schüttelt solche Einfälle in der Komödie „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit einer Leichtigkeit aus dem Ärmel, dass man ihr nur noch voller Bewunderung zusieht. Regie führte Jean-Paul Salomé.

Eigentlich arbeitet Patience als Dolmetscherin bei der Polizei, übersetzt abgehörte Gespräche, vorwiegend von Dealern, denn dank ihres Vaters spricht sie Arabisch. Wie häufig in französischen Komödien, wird auch hier gern in die nicht ganz politisch korrekte Kiste gegriffen. Die arabische Welt ist fürs Dealen zuständig, die chinesische fürs Geldwaschen. Da Patience keine waschechte Französin ist, lässt Salomé auch bei ihr das eine oder andere Gen durchschlagen. Der Hund, der gerne Drogen und Bargeld erschnüffelt, heißt DNA ..

Geldnot und Dankbarkeit für eine Pflegekraft ihrer Mutter lassen Patience nicht lange zögern und die patente „Alte“ (so nennen sie ihre neuen Dealer-Freunde bald) steigt richtig groß ins Drogengeschäft ein, trotz Lebensabschnittspartner mit Bullenhintergrund.

Huppert brilliert wieder einmal in einer Komödie, die von originellen Einfällen nur so strotzt, wenn auch die bösen Buben etwas zu klischeehaft geraten sind. Herrlich aber etwa die Dialoge zwischen den Nachbarinnen Patience und Colette über Hochzeiten, Waffen und dubiose Geschäfte — als wäre gar nichts dabei.

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