Mit Filmen und Serien die Angst vor der Operation „vergessen“

Am Klinikum Rohrbach kommt bei Eingriffen eine Videobrille zum Einsatz

ROHRBACH — Operationen sind für die meisten Menschen mit Stress und Angst, zumindest aber mit Unwohlsein verbunden. Mit einer neuen Videobrille, die etwa im Klinikum Rohrbach zum Einsatz kommt, können die Patienten ihre Angst quasi vergessen.

Über die Brille können sie direkt vor dem Eingriff im OP Spielfilme, Serien oder Dokus anschauen. Auf Wunsch werden sogar Patienten mit lokaler Narkose während der Operation „bespielt“. Und für die Jüngsten werden Kindersendungen eingespielt.

Die Konzentration auf den Film lenkt die Patienten vom eigentlichen Geschehen ab. Weil die Videobrille mit einem Kopfhörer verbunden ist, dringen auch keine unliebsamen Geräusche ans Ohr — besonders hilfreich ist dies etwa bei Gelenksersatzoperationen. Als Folge brauchen die „entspannten“ Patienten auch weniger Schlaf- und Beruhigungsmittel.

„Oft wurden ängstliche Patienten mit mehr Sedierung beruhigt oder voll narkotisiert“, so Primar Kostja Steiner, der Leiter des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin. Die Reduzierung der Medikamente ist besonders für ältere Patienten mit beginnender Demenz wichtig, die durch derartige Medikamente erheblich belastet werden. Vermeiden von Angst und Stress im Zuge einer Operation fördert zudem den Heilungsprozess.

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