Mit geballter Kraft & Konzentration

Brucknertage: „Die Siebte“ mit dem Altomonte Orchester in der Stiftsbasilika

Das Altomonte Orchester musizierte unter dem bewährten Dirigat von Rémy Ballot.
Das Altomonte Orchester musizierte unter dem bewährten Dirigat von Rémy Ballot. © Reinhard Winkler

Von Christine Grubauer

Das Stift St. Florian ist seit 21 Jahren um seine Brucknertage bemüht. Wer in das Stift kommt, taucht immer wieder in die Klangwelten Bruckners, des großen Organisten und Symphonikers ein. Die alljährlichen Brucknertage stellen Jahr für Jahr eine Symphonie in den Mittelpunkt.

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Deren Vorbereitung und Hinführung begann diesmal ganz zielstrebig zuerst mit dem gelungenen Kindertheater „Anton, auf der Spur nach der Siebten“. Gefolgt vom Eröffnungskonzert im Marmorsaal (Bericht im Volksblatt), einer musica sacra-Aufführung und der großen Internationalen Orgelnacht in der Basilika, die von den Zuhörern gestürmt wurde.

Bruckners „Siebte“ auf zwei Klavieren

Ebenfalls zu einem besonderen Erlebnis wurde der Liederabend mit Werken der Zeitgenossen Bruckners mit Sopranistin Regina Riel und Matthias Giesen am Klavier. Für die zwei jungen Pianisten Dora Deliyska & Elias Gillesberger stellte man zwei Bösendorfer in die Sala terrena. Sie spielten Bruckners Symphonie Nr. VII E-Dur in der Transkription für zwei Klaviere von Hermann Behn. Dies geschah mit erstaunlicher Hingabe und Bravour der Künstler, deren klanglich reduziertes Spiel eine mehr als gute Einführung zur folgenden Orchesteraufführung in der Basilika war.

Er ist ein Magier mit mystischer Klangkultur

Tage zuvor hatte das Altomonte Orchester — um Lehrer der Landesmusikschule und jugendliche Musikanten aufgestockt — unter dem bewährten Dirigenten Rémy Ballot Bruckners „Siebte“ in E-Dur zu proben begonnen. Die Basilika war Freitagabend total ausverkauft, es waren noch viele, auf einen Stehplatz hoffende Konzertbesucher auf der Warteliste. Seit 2011 gelingt dem außergewöhnlichem Orchestererzieher Rémy Ballot die geduldige Arbeit an einer Bruckner-Symphonie.

Wieder konnte er als Interpret und Magier, als Dirigent ohne Pult und mit einer mystischen Klangkultur überzeugen. Dargeboten wurde dies mit geballter Kraft und Konzentration, wohldosiertem Tempo und positiver Eigendynamik, die den Raum als mitgestaltendes Element erfüllten. Das ergreifende Adagio nach dem Beckenschlag mit Triangel wurde zur ergreifenden Trauermusik und der Stimmungswechsel im Scherzo gelang wieder fröhlich mit Auflockerung. Spannung und Entspannung im überraschenden Finale. Nach dem letzten Akkord blieb es lange still und „atemlos“ in der Basilika — bis die Begeisterung losbrach und lange, sehr lange mit vielen Bravorufen anhielt.