Mit Gitarre und Dreadlocks gegen die Unterdrückung

Reggae-Ikone Bob Marley würde am 6. Februar 75. Geburtstag feiern

Im Alter von 36 Jahren erlag der jamaikanische Sänger 1981 in Florida einem Krebsleiden.
Im Alter von 36 Jahren erlag der jamaikanische Sänger 1981 in Florida einem Krebsleiden. © AFP/HO

Mit seinen coolen Dreadlocks und Welthits wie „No Woman No Cry“, „Could You Be Loved?“ oder „Buffalo Soldier“ wurde er zur Ikone des Reggae: Der am 6. Februar 1945 auf Jamaika geborene Bob Marley war aber mehr als ein populärer Sänger, genialer Songwirter und Mitbegründer des Ende der 1960er entwickelten Musikstils, dem seine charismatischen Vertreter längst ausgegangen sind — nämlich Anhänger der Rastafari-Bewegung.

Deren Vertreter, die durch die verfilzten, langen Haare unschwer zu erkennen sind, berufen sich auf die Bibel, kämpfen gegen die Unterdrückung der Schwarzen und hoffen auf ihre Heimkehr nach Afrika. Nicht zuletzt deshalb war der am 11. Mai 1980 mit erst 36 Jahren in Miami einem Krebsleiden erlegene Musiker auch eine Identifikationsfigur für viele Menschen in der Dritten Welt. Marley ist noch immer die Symbolfigur für eine Musik, die soziale und politische Missstände kritisiert und gleichzeitig die Zuhörer mit ihrem eindringlichen Rhythmus in ihren Bann zieht.

Der Sohn eines britischen Marineoffiziers und einer jungen Einheimischen verlies mit 14 sein Dorf Nine Miles und versuchte sein Glück als Musiker in den Slums der Hauptstadt Kingston. Mit 17 nahm er seine erste Single „Judge Not“ auf und gründete schließlich 1963 gemeinsam mit Peter Tosh und Bunny Wailer die legendären Wailers. Zu weltweiter Popularität verhalf ihm Gitarren-Hero Eric Clapton, der 1974 Marleys „I Shot the Sheriff“ veröffentlichte. Wenig später verkaufte der musizierende Rasta mit seinen gehäkelten rot-grün-gelben Mützen, der stets einen Joint zu schätzen wusste, Millionen Tonträger auf der ganzen Welt.

Erfolg hat Schattenseiten

Der Ruhm hatte für Bob Marley aber auch Schattenseiten. Im Dezember 1976 wurden der Musiker, seine Frau und sein Manager zwei Tage vor seiner Teilnahme an einem Friedenskonzert gegen die zunehmende politische Gewalt in seinem Heimatland bei einem politisch motivierten Attentat in seinem Haus in Kingston angeschossen. Ein Jahr später verschlechterte sich sein Gesundheitszustand nach einer Fußverletzung, die er gemäß seiner Religion nicht behandeln ließ. 1980 brach er beim Joggen im Central Park in New York aufgrund einer Krebserkrankung zusammen, der er im Jahr darauf erlag.

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Der Reggae-König hinterließ nicht nur elf Kinder von acht Frauen, sondern auch ein reiches musikalisches Erbe inklusive Rechten an Hunderten Songs aus seiner lediglich 15 Jahre dauernden Karriere. Kein anderer Vertreter dieses Musikstils konnte bis heute an Bob Marleys Erfolg anschließen. Seine Heimat setzte ihrem großen Sohn 1990 ein Denkmal: Sein Geburtstag wird seither als Nationalfeiertag begangen.

Von Heinz Wernitznig

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