Mit Herz und Stimme in die Operette verliebt

Ildikó Raimondi und Herbert Lippert begeisterten 250 Besucher im Steyrer Stadttheater

Glanzvolles Paar: Ildiko Raimondi und Herbert Lippert
Glanzvolles Paar: Ildiko Raimondi und Herbert Lippert © Michael Pöhn

Pandemie und ein drohender Sturm konnten es nicht verhindern: Karl-Michael Ebner, Intendant des Musikfestivals Steyr, engagierte mutig zwei Operettenstars für das Konzert im Stadttheater Steyr, das dann vom Schlossgraben ins Theater verlegt wurde.

250 Besucher waren begeistert vom vor einigen Jahren von Ildikó Raimondi und Herbert Lippert auf die Beine gestellten Projekt O-MIA (Operette made in Austria), das dem Bühnenstiefkind zu den ihm angemessenen Aufführungszahlen verhelfen soll. Wer könnte es besser?

Mit Charme und viel stimmlichem Glanz

Beide Künstler sind vom Range „Kammersänger“ mit Staatsopernerfahrung, bühnensicher und stimmenstark, dabei sich ganz genau bewusst, dass man für Operette mehr können muss als einfach die gängigen Ohrwurm-Melodien herunter zu singen.

Über die Gestaltung und die technischen Anforderungen hinaus kommt es auf die Liebe zu dem Genre an und das Gefühl für ganz spezifische Feinheiten bei Tempi und den rhythmisch- schwingenden und im Dreivierteltakt schaukelnden Bewegungen. Genau darauf verstand sich ausgezeichnet der ukrainische Pianist Pavel Kachnov am Flügel, der spätestens mit seiner Solonummer von Lehárs „Gold und Silber“ Walzer weismachte, dass man ihn eigentlich längst kennen müsste.

Auch das Programm von eher seltenen Stücken verriet die grenzenlose Hingabe an die Operette und überhaupt an das Land und die Zeit ihrer Entstehung. Die geniale Musik aus der Strauß-Fabrik, der Werkstatt eines Carl Michael Ziehrer, Leo Fall, Franz Lehár oder Emmerich Kálmán führte von Genuss zu Genuss, wobei der Charme von und die Sympathie für Ildikó Raimondi und ihr stimmlicher Glanz auch ein wenig auf ihren eleganten Tenorpartner Herbert Lippert übersprangen.

Dass dieser auch ein begabter Maler ist, zeigten seine Komponistenporträts an der Wand als sinnvoller Ersatz einer Bühnenausstattung. Ohne Zugaben kein Abschied von den prominenten Gästen, die am Schluss noch ihr Widmungslied für das ehrgeizige Operettenprojekt MIA vorstellten. Möge es viel Verbreitung und Glück finden, immerhin soll es 2021 ein Gastspiel in China geben.

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