Mit Linsen durch die Pollenzeit

Wenn im Frühjahr Gräser und Bäume sprießen, können die Pollen leicht zwischen Kontaktlinsen und Augen geraten – und sorgen dort für Reizerscheinungen wie Rötungen und unangenehmes Jucken. Mit einigen hilfreichen Tipps lässt sich die Blühzeit besser überstehen.

Tränende Augen und Jucken – viele Kontaktlinsenträger glauben, dass diese Symptome bedeuten, dass sie ihre Linsen nicht mehr vertragen. Dabei hat diese Problematik gerade im Frühjahr meist eine einfache Begründung: Die Pollensaison.

Im April machen sich Erle, Hasel, Esche, Birke und auch Platane besonders bemerkbar. Die Pollen geraten zwischen Linsen und Augen und sorgen dort für Reizerscheinungen wie Rötungen und unangenehmes Jucken.

Tageslinsen als Alternative

Am effektivsten ist es, an den kritischen Tagen auf Tageslinsen umzusteigen. Denn, wenn sie direkt aus der Verpackung entnommen werden, werden garantiert keine Pollen oder andere Partikel auf die Augen übertragen. „Aus unserer Erfahrung bevorzugen die meisten, aber nicht alle Menschen, während der Pollensaison weiche Kontaktlinsen“, schildert Peter Gumpelmayer, oberöster- reichischer Landesinnungsmeister der Augenoptiker und Optometristen. Entscheidend sei dabei das persönliche Verträglichkeitsgefühl.
„Wer nicht auf Tageslinsen umsteigen möchte, sollte bereits jetzt besonders akribisch auf die richtige Reinigung und Pflege laut Packungsanweisung achten“, rät er.

Empfohlen wird auch, untertags zusätzliche Kontaktlinsenpausen einzulegen und währenddessen eine Ersatzbrille aufzusetzen. Sonnenbrillen bieten natürlich eine zusätzliche Schutzschicht vor den Pollen.

Grundsätzlich sind Augen, die genügend Tränenflüssigkeit produzieren, weniger anfällig für Reizungen. Aufgrund der Bildschirmarbeit und der teils unnötigen Beheizung der Räume sind die Augen aber oft trocken. Die Produktion der Tränenflüssigkeit lässt sich durch regelmäßige, kräftige Lidschläge aber anregen, zudem sollten Bildschirmpausen eingelegt und die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Windige und rauchige Orte sollten vermieden werden. „Ganz wichtig ist aber, sich auf keinen Fall die Augen zu reiben, denn gerade dadurch geraten Pollen, Staubpartikel aber auch Bakterien besonders schnell ins Auge“, weiß Gumpelmayer.

Gereizte Augen und ein unangenehmes Gefühl bei der Verwendung von Kontaktlinsen können als Symptom viele Ursachen haben. – unter anderem Veränderungen des Tränenfilms, eine beginnende Bindehautentzündung aber auch zu lange Tragezeiten und unpassende Reinigung der Linsen. Auch gegen Pflegemittel kann man Unverträglichkeiten entwickeln. Nur in den seltensten Fällen handelt es sich um eine allergische Reaktion auf das Linsenmaterial selbst.

Wurde eine Augenerkrankung durch den Facharzt ausgeschlossen, kann ein Gespräch mit dem Kontaktlinsenspezialisten klären, woran es im konkreten Fall liegt. Manchmal hilft ein Wechsel der Marke oder der Reinigungsflüssigkeit.