Mit Mut, Liebe und Verstand

Premiere Landestheater: „Der Zauberer von Oz“ für alle ab 6 Jahren

Anna Katharina Fleck, Karina Pele, Markus Pendzialek und Lukas Weiss
Anna Katharina Fleck, Karina Pele, Markus Pendzialek und Lukas Weiss © Florian Voggeneder

Von Eva Hammer

Braucht man zum Glücklichsein mehr Verstand oder eher ein Herz? Ohne Mut geht es auch nicht. Die rührende Geschichte um Dorothy, die auf der Suche nach ihrem Hündchen Toto ins Land des Zauberers von Oz gerät, feierte am Samstag in den Kammerspielen Premiere. Ausgangspunkt ist Linz, denn da — wie neu — beginnt’s! Toto ist ein echter Mini Yorkshire Terrier namens Jamie Oliver. Er verschwindet hinter einem roten Vorhang, dem Eingang in das Land von Oz, und ist ab da als Stofftier immer dabei. Dass dieses Land „Somewhere over the Rainbow“ liegt, weiß man seit der legendären Verfilmung mit Judy Garland. Der Welthit wird in der Inszenierung von Martin Philipp anfangs und am Schluss dezent angespielt. Den Kindern gefallen gleich einmal die alles dreimal wiederholenden Munchkins. Im hindernisreichen Roadmovie tauchen später dieselben Darsteller auf als Krähen, wilde Tiere, oder fliegende Affen — jedes Mal besiegt von Dorothy und ihren drei Gefährten: Einer Vogelscheuche, die nur Stroh im Kopf hat. Der Blechmann verlor einst sein Herz an ein Mädchen, nun kann er nicht mehr lieben. Und der Löwe fürchtet sich immer und überall.

Die Hexe des Westens ist leicht zu entschärfen

Mut, Liebe, Verstand und die Wiederbelebung des Hundes kann nur der Zauberer von Oz verschaffen. Der zeigt sich zunächst als gewaltiges Videoauge. Darunter steckt jedoch bloß ein ganz gewöhnlicher Mensch, der mit Technik den ganzen Hokus-Pokus veranstaltet. Auch die böse Hexe des Westens ist nicht sehr böse, daher leicht zu entschärfen. Miteinander erreichen die Freunde ihre Ziele. Auch der Zauberer gewinnt neues Selbstvertrauen und Dorothy kriegt ihren Hund zurück.

Karina Pele überzeugt als Dorothy mit cooler Frische und Natürlichkeit. Die Zuneigung gehört Lukas Weiss als Vogelscheuche und Blechmann Anna Katharina Fleck, die auch die Hexe gibt. Markus Pendzialek sprang für den erkrankten Steven Cloos als ängstlicher Löwe ein und Martin Brunnemann spielt den rasch entzauberten Zauberer. Das Zauber-Bühnenbild stammt von Detlev Beaujean, die Kostüme von Lea Reusse. Die Geschichte mit ihren weltbewegend simplen Weisheiten plätschert rund 70 Minuten dahin, aber auch die ganz Kleinen hatten sichtlich Freude an den liebevollen Details und den vielen Licht- und Videoeffekten der Inszenierung für alle ab 6.