Mit Softdrink im Pool vom Bungalow planschen

Die aus Oberösterreich stammenden Bilderbuch zündeten bei „Ahoi! Pop“ ein geniales Hitfeuerwerk

Bilderbuch-Frontmann Maurice Ernst in Action
Bilderbuch-Frontmann Maurice Ernst in Action © Christoph Thorwart

Von Melanie Wagenhofer

Das Positive, Empathische steht im Vordergrund, mit ihrer Musik umarmen sie Generationen: Am Samstag zündete Österreichs erfolgreichste Popband, die aus Kremsmünster stammende Formation Bilderbuch, beim „Ahoi! Pop“-Festival im Linzer Donaupark ein Hitfeuerwerk. Ihre Kulisse: Weltkugeln, Fuchsschwänze, eine Gangway, Sterne, die an die EU erinnern. In „Europa 22“ singen die EU-Befürworter, die sich politisch sonst kaum zu Wort melden, auch davon.

Für die rund 7000 Zuschauer hat es sich auch gelohnt, dem launenhaften Wetter zu trotzen und schon früh da zu sein: Denn der erste Act Lou Asril, Absolvent des Linzer Pop-BORG, entpuppt sich als grandioser Sänger, der mit warmer, souliger Stimme und eingängigen selbst geschriebenen Titeln wie „Divine Goldmine“ eine Visitenkarte abgibt, die man auf jeden Fall behalten sollte. Zwischendurch tobt sich die junge Generation zum Cloud-Rap samt Gesäusel des Wiener Hip-Hoppers Yung Hurn („Ok Cool“, „wieso?“) aus, bevor endlich Bilderbuch da sind, für die sich die großen Massen vor der Bühne sammeln.

Charismatischer Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stets der charismatische Frontmann Maurice Ernst, Sänger und Gitarist, sympathisch, einnehmend und unglaublich cool. Mit Bewährtem wie „Memory Card“, „Softdrink“, dem genialen „Bungalow“, „Frisbee“ oder „Baba“ und einem ausführlichen Bad des Frontmannes in der Menge steuert Bilderbuch, das sich live auch als großartige Rockband präsentiert, unvermeidlich dem Höhepunkt zu, der jedem Fan klar wird, wenn sich Ernst gelbe Rennfahrerhandschuhe überstreift: Bei „Maschin“ gibt es dann auf der Donaulände endgültig kein Halten mehr.

Titel aus den letzten beiden Alben „mea culpa“ und „Vernissage My Heart“ folgen, mit „Plansch“, das 2013 den Durchbruch gebracht hat, erinnern Bilderbuch sich zurück.

Nach zwei hin- und mitreißenden Stunden kündigt sich das Ende einer köstlichen Show an. Unter den Zugaben zeigt der neue Titel „Mr. Refrigerator“ an, wie es weitergehen könnte. Aber genau weiß man das bei den Pop-Chamälaons, die sich immer wieder neu erfinden, ja nie …

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