Mit Spielzeugpistole in Moschee

18-Jähriger gab sich im Alif-Kulturzentrum als Zivilpolizist aus

ALIF Freistadt postete den Einsatz auf Facebook.
ALIF Freistadt postete den Einsatz auf Facebook. © Facebook/ALIF Freistadt

FREISTADT — Mit einer Spielzeugpistole im Hosenbund und einer hanebüchenen Geschichte begehrte am Samstag ein 18-jähriger Mühlviertler Einlass ins Kulturzentrum des islamischen Vereins Alif in Freistadt. Gegen 18 Uhr stand der junge Mann vor der Moschee. Den Gläubigen gegenüber gab er sich als Zivilpolizist aus.

Er müsse kontrollieren, ob es zu einer Rauferei gekommen sei, gab er auf Nachfrage der Anwesenden an. Nach einem Dienstausweis gefragt, konnte er diesen allerdings nicht vorweisen, weshalb die Polizei gerufen wurde. Die Besucher bemerkten außerdem, dass der junge Mann einen Gegenstand, ähnlich einer Waffe, in der Hose versteckt hatte und informierten die herbeigerufenen Beamten darüber.

Diese stellten die Waffe sicher und bemerkten, dass es sich dabei um eine Spielzeugpistole handelte. Der 18-Jährige wurde zur Vernehmung auf die Polizeiinspektion Freistadt gebracht und dort einvernommen.

Der Verein Alif hat den Vorfall — allerdings ohne die Erwähnung, dass es sich bei der Waffe um ein Spielzeug gehandelt hat — am Montag auf seiner Facebook-Seite geschildert und von der Polizei „eine lückenlose Aufklärung der Tat, wie auch ein Sicherheitskonzept für die Moschee, so lange der Tatverdächtige auf freiem Fuß ist“, gefordert.

„Das war kein ,Lausbubenstreich’, sondern eine bewusste islamophobe Provokation“, meldete sich auch SPÖ-Bezirksvorsitzender LAbg. Michael Lindner zu Wort und ersucht die Polizei um erhöhte Aufmerksamkeit rund um die Moschee.

Aufregung und Drohungen in Sozialen Medien

Erwartungsgemäß sorgte die Alif-Meldung unter den Usern für Wirbel – und Mitteilungsbedürfnis. Von Klagen wegen Fremdenhass über Selbstjustiz bis hin zu Morddrohungen reichten die (Hass-)Postings. Vor allem aber herrscht Unverständnis darüber, dass der 18-Jährige auf freien Fuß gesetzt wurde. Bei der Polizei wollte man sich zur Social-Media-Aufregung nicht äußern. Nur soviel: Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

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