Mit Weihrauch, Gold und Myrrhe …

... kamen sie, aber ob es Könige waren, wissen wir nicht

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Die Bibel sagt nichts davon, dass die „Sterndeuter aus dem Osten“, die dem Kind in der Krippe huldigten, Könige gewesen wären. Und doch feiern wir bis heute am 6. Jänner das „Dreikönigsfest“, wie es der Volksmund nennt (offiziell das Fest der Erscheinung des Herrn, Epiphanie). In der Krippe im Linzer Mariendom jedenfalls lösen nun hochherrschaftliche Figuren und ihr Anhang die Hirten vor dem Stall ab, basierend auf den Überlieferungen des Evangelisten Matthäus.

Das VOLKSBLATT präsentiert in der Weihnachtszeit das Wissen von Dompfarrer Maximilian Strasser, seine Interpretationen und Gedanken zu einzelnen Krippenfiguren.

Es könnte mit den kostbaren Gaben zu tun haben, die die Sterndeuter dem Kindlein, dem „neugeborenen König der Juden” mitgebracht haben, die Rückschlüsse auf die allerhöchsten Beschenkenden zulassen könnten. Und weil es drei unterschiedliche Gaben waren — Gold, Weihrauch und Myrrhe — ist man folglich von drei Königen ausgegangen. Auf Könige könnte auch Psalm 72 hindeuten, in dem es heißt: „Alle Könige werfen sich vor ihm nieder, es dienen ihm alle Völker.“ Mit den drei Königen könnten auch die drei damals bekannten Erdteile — Europa, Afrika, Asien — gemeint sein oder die drei Lebensalter, erklärt Strasser. Zu Königen passe auch der fürstliche Tross, der in der Krippe zu sehen ist.

Dompfarrer Maximilian Strasser erklärt auch, warum das Jesuskind in der Domkrippe jetzt einem Kind im zweiten Lebensjahr gleicht und auf dem Schoss von Maria sitzt. König Herodes wollte von den Sterndeutern wissen, wann der Stern erschienen sei, den sie aufgehen sahen und schickte sie schließlich nach Bethlehem. Dann gab er den Befehl, dort und in der ganzen Umgebung alle Knaben im Alter von bis zu zwei Jahren zu töten. Die Heilige Familie konnte nach Ägypten fliehen. Eine Rettung, die, so Strasser, an jene von Moses erinnere (vgl. Ex 2, 3-10). Damit werde Jesus in seiner Bedeutung mit Mose verglichen. Das Wort des Herrn an Mose wird damit als erfüllt betrachtet: „Einen Propheten wie dich will ich ihnen … erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm gebiete.“ (Deuteronomium 18,18)

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Die Krippe im Mariendom ist live und in digitaler Form auf Leinwand täglich von 11 bis 17 Uhr im Dom zu erleben, letztere von 14 bis 16 Uhr auch mit 3D-Brille.

Von Melanie Wagenhofer

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