Mitsubishi Space Star: Hereinspaziert!

Autofahren kann so einfach sein. Aufsperren, einsteigen, starten, losfahren und Spaß haben – wie es das Beispiel Mitsubishi Space Star zeigt.

Was braucht man zum Autofahren? Auto mit gültigem Pickerl und Führerschein – dann ist man auf der sicheren Seite. Sonst noch was? Nüchtern? Eh klar! 0,0 Promille, alles andere ist Humbug. Sonst noch was?

Was soll im Auto drinnen sein? Spurhalteassistent, Keyless open, adaptiver Tempomat, Lenkradheizung, Sitzheizung auf der Rückbank, elektrische Heckklappe, Glas-Panoramadach, elektrisch einstellbare Sitze, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung oder gekühltes Handschuhfach? Alles fein – aber im Mitsubishi Space Star in der höheren Ausstattungslinie Invite gibt’s das alles nicht.

Typenschein

Mitsubishi Space Star 1,2 Invite

Preis: ab € 14.990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 15.470,-; einen Mitsubishi Space Star (1,0 Inform) gibt es ab € 12.990,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 172,80 jährlich
Garantie: 5 Jahre bis max. 100.000 km, die ersten zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf definierte Hochspannungs-Komponenten
Service: alle 20.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R3, 12V, Multi-Point, 1193 cm³, 59 kW/80 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 106 Nm bei 4000 U/min
Getriebe: Fünfgangschaltung
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 12,6 s
Leistungsgewicht: 10,96 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 5,3 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,5 Liter
CO2-Ausstoß: 108 g/km
NOx: 0,01 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 3845/1665/1505 mm
Radstand: 2450 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 887/1340 kg
Kofferraum: 235 Liter
Tank: 35 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 175/55 R15 77S auf 15“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA
Airbags: 6

Was aber nicht heißt, dass der knuffige Japaner mit seinen riesigen Halogen-Frontleuchten, den dezent darunter platzierten runden Nebelscheinwerfern und dem frechen Heck samt Diffusor karg ausgestattet ist.

Denn der in seiner dritten Version auf 3,85 Meter gewachsene Kleinwagen fährt unter anderem mit Lederlenkrad, USB-Port, einem sieben Zoll großen Touchscreen samt Navi (das allerdings auch in Sachen Bedienung unter die Kategorie Mäusekino fällt), Sitzheizung, Klimaanlage (samt Schieberegler für Umluft wie in alten Zeiten), Bluetooth und Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung vor.

Hauptargument bleibt natürlich der Preis: 14.990 Euro kostet der Fünfsitzer mit Fünfgangschaltung regulär, hinzu kommt die sandgelbe Metalliclackierung für den Testwagen um 480 Euro – aber dank diverser Boni und Finanzierung über die Denzel Bank ist der japanische Evergreen schon ab 12.470 Euro zu haben, rechnet der Importeur vor.

Wer’s übrigens nicht glauben kann – dank ordentlicher Werte (453 Kilo Zuladung sind möglich) eignet sich der Space Star sogar zum Fliesentransport. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umlegen, eine ebene Fläche gibt’s zwar nicht, aber dennoch ganz schön viel Stauraum, auch wenn er prinzipiell kleiner ausfällt als beispielweise im vergleichbaren Hyundai i10. Riesig sind dann die Platzverhältnisse für die Insassen, und zwar nicht nur vorne, sondern auch im Fond.

Dank rückwärtiger Türen ist kein Umklappen der Vordersitze notwendig, der Einstieg ist somit einfach und nicht körperverrenkend. Lediglich die Seitenfreiheit lässt ein wenig zu wünschen übrig, was jedoch bei 1,665 Metern Breite nicht sonderlich verwundern sollte. Der Innenraum selbst ist ordentlich gestaltet mit durchaus üppigen Ablageflächen. Der Seitenhalt der Vordersitze lässt leider ein wenig zu wünschen übrig und natürlich haben die Japaner bei den Materialien den Sparstift angesetzt, das dominierende Material ist Hartplastik.

Unter der nun etwas längeren Motorhaube werkt ein famos gedämmter 1,2-Liter-Benziner ohne Turboaufladung der 80 Pferdchen bereitstellt. Diese treiben wiederum ohne lang nachzudenken die Vorderräder an. Gepaart mit 106 Newtonmetern macht das aus dem 887-Kilo-Leichtgewicht einen hurtigen Floh, bei dem man rasch die fünf Gänge raufschalten muss – und das auch kann, dank knackig geführter Box.

Der Federungskomfort ist auf der komfortablen Seite angesiedelt, als Kurvenräuber entpuppt sich der Japaner auf seinen 15-Zöllern dann nicht. Dafür ist die Lenkung präzise und feinfühlig, was auch auf die Bremsen zutrifft. Die Rundumsicht ist nahezu perfekt und das Lederlenkrad liegt übrigens auch gut in der Hand, hat allerdings den Nachteil, dass es nicht in der Tiefe verstellbar ist. Der Verbrauch ist mit 5,5 Litern kommod, bei gefühlvollen Fahrten auf Autobahnen sind laut Bordcomputer auch 4,5 Liter möglich.

Auf der Autobahn schlägt sich der Space Star auch auf der linken Spur wacker, wobei es freilich ab Tempo 140 laut und holprig wird. Das größte Atout spielt der kleine Mitsubishi in der Stadt aus, wo er sich als wendiger Begleiter entpuppt. Wie gesagt: Autofahren kann so einfach und auch entspannend sein.

Fazit

Ein gut ausgestatteter und geräumiger Kleinwagen, der als Neuwagen so viel wie andere Gebrauchtwagen kostet. Ein kleiner Star ohne große Allüren also.

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