Mobiles Pflegeangebot ausbauen

OÖVP Frauen legten Forderungspaket vor: Mehr Personal und mehr Geld

Formulierten gestern Forderungen zum Thema „Pflege“ (v. l.): Cornelia Pöttinger (Betriebsratsvorsitzende OÖ Hilfswerk), OÖVP-Frauenlandesleiterin BR Doris Schulz und Sandra Renner (Betriebsrätin Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck). Außerdem haben die OÖVP Frauen mit dem Frauenreferat des Landes einen „Servicefolder für pflegende Angehörige“ erstellt, der kostenlos unter office@ooevpfrauen.at bestellt werden kann.
Formulierten am Montag Forderungen zum Thema „Pflege“ (v. l.): Cornelia Pöttinger (Betriebsratsvorsitzende OÖ Hilfswerk), OÖVP-Frauenlandesleiterin BR Doris Schulz und Sandra Renner (Betriebsrätin Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck). Außerdem haben die OÖVP Frauen mit dem Frauenreferat des Landes einen „Servicefolder für pflegende Angehörige“ erstellt, der kostenlos unter office@ooevpfrauen.at bestellt werden kann. © OÖVP Frauen

456.000 Menschen sind heute in Österreich auf Pflegeleistungen angewiesen und jeden Tag kommen ca. 30 neue Fälle dazu, damit sei klar, dass das Thema Pflege Priorität habe.

„Frauen leisten den Großteil der Pflegearbeit von Angehörigen, die zuhause betreut werden. Wir fordern daher, dass die Pflegenden für ihre Arbeit entsprechend entlohnt werden, indem sie etwa Anspruch auf einen Teil des Pflegegeldes und der Pension haben“, so OÖVP-Frauenlandesleiterin BR Doris Schulz.

Alten- statt Aktenpflege

Die OÖVP Frauen haben nun einen Forderungskatalog zum Thema erstellt. Wichtigste Maßnahmen:

Eine Personaloffensive in der Pflege mit attraktiven Möglichkeiten für Wiedereinsteigerinnen, eine faire Entlohnung und verbesserte Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte., „damit Pflege wieder ein Traumberuf wird“, so Betriebsrätin Sandra Renner (Salzkammergut-Klinikum).

Der Abbau der Bürokratie in der Pflege, denn „es braucht mehr Zeit für die Arbeit am Menschen. Der administrative Aufwand gehört auf ein Mindestmaß reduziert“, fordert Betriebsratsvorsitzende Cornelia Pöttinger (OÖ Hilfswerk).

Damit pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können, braucht es neben einer Erhöhung des Pflegegeldes bereits ab Stufe 1 den Ausbau der mobilen Pflegehilfen von Tageszentren und Kurzzeitpflegeplätzen. „Um verbesserte Qualitätsstandards in der 24-Stunden-Pflege zu erreichen, fordern wir die Einführung einer Mindestausbildung der 24-Stunden-Pflege“, so Schulz.

Der Masterplan Pflege der Bundesregierung gehe in die richtige Richtung. „Entscheidend wird sein, die Praktiker und Experten aus der Praxis aus allen Bereichen der Pflege entsprechend einzubinden“, so Pöttinger. Bei der Finanzierung sei klar, dass es eine staatliche Aufgabe sei und nicht auf eine private Pflegeversicherung abgeschoben werden könne.

Ministerium will sich die Zahlen anschauen

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) will sich die vom Wifo veröffentlichten Zahlen zum Bedarf von Pflegekräften genau ansehen. Das Wifo hat wie berichtet bis 2030 einen zusätzlichen Bedarf an Pflegekräften von rund 24.000 Stellen — rund 18.000 Vollzeitäquivalente — prognostiziert. Klar sei, dass aufgrund der demografischen Entwicklung der Bedarf ein größerer sein werde, sagte Hartinger-Klein. Derzeit habe man noch genug Kräfte. Mit dem Berufsregister für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe habe man auch ein Instrument, damit man wisse, wie viele Kräfte u. a. in Ausbildung sind. Sie habe auch das AMS gebeten, dort einzumelden.

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