Mord an Aktivistin in Honduras: 22 Jahre Haft für Unternehmer

Einer der Hintermänner des Mordes an der honduranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres ist zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das teilte die Justiz des mittelamerikanischen Landes am Montag mit.

Das Strafmaß wurde erst jetzt verkündet, nachdem ein Gericht den Unternehmer David Castillo bereits im Juli vergangenen Jahres des Mordes für schuldig befunden hatte.

Der Ex-Präsident der Energiefirma Desa wurde als Mittäter eingestuft, der durch den Mord Hindernisse für die Tätigkeiten seiner Firma beseitigen wollte. Cáceres hatte gegen den Bau eines Wasserkraftwerks durch Desa gekämpft.

Die damals 44-Jährige, die sich für die Rechte der Lenca-Ureinwohner einsetzte, war im März 2016 in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Westen von Honduras erschossen worden. Bereits im Dezember 2019 wurden sieben Beteiligte zu Haftstrafen zwischen rund 30 und 50 Jahren verurteilt. Der von Cáceres mitgegründete Rat der indigenen Völker Honduras’ (COPINH) forderte nach der Urteilsverkündung am Montag, weitere Hintermänner festzunehmen – Castillo sei nur ein Glied in der Befehlskette gewesen. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Für ihr Engagement war Cáceres mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Posthum war sie im Jahr 2020 eine Finalistin für den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments.

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