Mordverdächtiger spricht von Unfall

17-jähriger Afghane hatte Flucht aufgegeben, als er sein Foto in Zeitungen sah

LINZ/STEYR — Er sei grundsätzlich geständig und es tue ihm auch leid, habe er gesagt: Jener 17-Jährige, der verdächtigt wird, in Steyr seine 16-jährige Freundin mit einem Küchenmesser erstochen zu haben, gibt sich gegenüber den Kriminalisten reumütig. „Allerdings spricht er von einem Unfall und nicht von Mord oder Vorsatz“, sagt Polizeisprecher Michael Babl zum VOLKSBLATT. Seit Dienstagabend ist der junge Afghane, der sich zuvor zu Mittag in Wien-Floridsdorf der Polizei gestellt hatte, wieder in OÖ, am Mittwoch wurde er einvernommen. Die Unfallversion spreche jedoch gegen das Ermittlungs- und das Obduktionsergebnis, heißt es seitens der Polizei, die nach wie vor von Mord ausgeht. Nach der Tat, die laut dem Burschen bereits am Samstag passiert sein soll, habe er sich in Panik Richtung Ostösterreich aufgemacht. Als er dann aber am Bahnhof in Floridsdorf Zeitungen mit seinem Foto sah, sei ihm bewusst geworden, dass eine weitere Flucht sinnlos sei. Der 17-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, wurde am Mittwoch in U-Haft genommen und in die Jugendabteilung der Justizanstalt Linz eingeliefert.

Aberkennung beantragt

Der Afghane war im Jahr 2016 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Österreich gekommen, laut Volkshilfe war er vor den Taliban geflüchtet. Sein Asylantrag wurde jedoch abgelehnt. „Im März 2017 wurde ihm Subsidiärer Schutz zuerkannt“, informierte Landesrat Rudi Anschober. Die Aberkennung des Aufenthaltstitels wurde bereits eingeleitet. Bei einer Verurteilung drohen dem 17-Jährigen bis zu 15 Jahre Haft.

re