Am Freitag fallen bei Ryanair 400 Flüge in Europa aus

Deutsche Piloten schlossen sich Streikmaßnahmen an – Rund 55.000 Kunden müssen umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen

Mit der Entscheidung der deutschen Piloten-Gewerkschaft stehen viele Urlauber vor groben Problemen.
Mit der Entscheidung der deutschen Piloten-Gewerkschaft stehen viele Urlauber vor groben Problemen. © AFP/dpa/Frey

Die Eskalation im Streit zwischen den Gewerkschaften und dem irischen Billigflieger Ryanair trifft morgen Zehntausende Passagiere mitten in der Hauptreisezeit. Europaweit fallen 400 Flüge aus, in Deutschland mit 250 der Großteil davon. Rund 55.000 Kunden müssten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen, erklärte Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs am Mittwoch. Die Betroffenen sollten alle per E-Mail oder SMS individuell benachrichtigt werden.

Piloten im Ausstand

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Grund für den flugtechnischen Shutdown ist der Entschluss der deutschen Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), sich den ebenfalls für Freitag geplanten Streiks in Irland, Belgien und Schweden anzuschließen. Die VC hat alle angestellten Piloten an den deutschen Ryanair-Basen für den 10. August zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen. Dieser soll am Freitag um 03.01 Uhr früh beginnen und bis Samstagfrüh dauern.

Bei Ryanair kritisierte man das Vorgehen der Gewerkschaft scharf. Marketing-chef Jacobs kritisierte die VC scharf dafür, dass sie ihren Streik nicht sieben Tage zuvor angekündigt hatte. „Eine Frist von 40 Stunden mitten im August führt nur dazu, den Urlaub unschuldiger Familien zu zerstören.“Er gehe davon aus, dass der Flugbetrieb am Samstag wieder normal laufe. Die abgestimmte Aktion in vier Ländern ist der bisher größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt. Vor zwei Wochen hatten zudem streikende Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage rund 600 Flüge mit knapp 100.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt