MotoGP meldet sich mit Misano-Doppel zurück

Nach dreiwöchiger Pause seit dem Österreich-Doppel meldet sich die Motorrad-WM in Misano zurück. Wegen der Premiere der Formel 1 auf der Ferrari-Hausstrecke in Mugello (Toskana) ist die MotoGP mit ihren zwei kommenden Rennen an die Adria-Küste ausgewichen. Erstmals sind wieder Zuschauer – bis zu 10.000 pro Tag – erlaubt. Vorfeld-Thema war ein angeblicher Rücktritt von Valentino Rossi.

Der neunfache Weltmeister hat seit 2009 keinen Titel und seit Juni 2017 (Assen) kein Rennen mehr gewonnen. Andrea Dovizioso solle den “Doktor” 2021 bei Yamaha ersetzen, lauteten die Gerüchte vor den beiden Heimauftritten des in der Region geborenen und aufgewachsenen Rossi. Der 41-jährige Lokalmatador bekräftigte aber, dass er 2021 im Yamaha-Satellitenteam weitermachen will. “Wir sind knapp vor der Unterschrift. Zu 99 Prozent fahre ich nächstes Jahr Petronas”, sagte Rossi. Die Bekanntgabe soll noch Ende des Monats in Barcelona erfolgen.


Für die MotoGP-Asse geht es im Badeort Misano Adriatico zunächst um den “Grand Prix von San Marino” und dabei auch darum, die Schreckensbilder von Österreich endgültig zu löschen. Der nach dem 2011 verunglückten Marco Simoncelli benannte “Misano World Circuit” kommt da gerade recht, geht es doch nach der Hochgeschwindigkeits-Jagd auf der Powerstrecke in Österreich nun zwei Mal in Folge auf einem deutlich langsameren und kurvigeren Kurs um WM-Punkte. “Ich kann zu Gott beten, weil ich glimpflich davongekommen bin”, gestand Rossi ein, Spielberg noch immer nicht ganz verdaut zu haben.

Misano ist am Sonntag (14.00 Uhr MESZ, live Servus TV) Auftakt einer Hardcore-Serie von 9 Europa-Rennen in nur 11 Wochen bis zum Saisonfinale und damit der spätestmöglichen Titelentscheidung am 22. November in Portugal. In der ohne Serienweltmeister Marc Marquez außergewöhnlich engen WM führt nach fünf Rennen und vor dem Misano-Doppel noch immer Yamaha-Pilot Fabio Quartararo, aber nur noch drei Zähler vor Dovizioso. Spielberg-Überraschungssieger Miguel Oliveira (KTM) hat als Neunter auch nur 27 Punkte Rückstand. “Alles ist also noch möglich”, hofft selbst der auf Platz sieben (+25) liegende Rossi.

Bei KTM ist man nach zwei Siegen und drei Podestplatzierungen in den jüngsten drei Rennen im Hoch. Die Österreicher wissen aber, dass das Potenzial der RC16 in Misano eventuell nicht ganz so zum Tragen kommt wie auf dem Red Bull Ring.

Nach seinem Beinbruch ab Misano wieder mit dabei ist Francesco Bagnaia (Ducati). Dafür fehlt in der Moto2 Titelanwärter Jorge Martin (KTM) nach einem positiven Corona-Test. In der Moto3 hat der Österreicher Maximilian Kofler aufgrund des kommenden Programms auf Tests in der Sommerpause verzichtet. “In den nächsten Wochen komme ich eh genug zum Fahren”, ist der Oberösterreicher überzeugt.

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