Mountainbikerinnen Höll und Stigger für Heim-WM in Topform

Die österreichischen Mountainbike-Ausnahmetalente Valentina Höll und Laura Stigger dürfen sich für die dieswöchige WM in Leogang berechtigte Medaillenhoffnungen machen. Denn ihre Generalproben sind sehr gut gelungen. Die Downhillerin aus Salzburg feierte am Sonntag beim ersten Rennen nach der Corona-Pause mit ihrem Sieg in Innsbruck einen ebenso starken Einstand in der Erwachsenenklasse wie die Tiroler Cross-Country-Fahrerin bei ihrer Elite-Weltcup-Premiere in Nove Mesto.

Während Höll in Leogang auf ihre erste Medaille in der Erwachsenenklasse losgehen darf, “muss” Stigger die Heim-WM noch in der U23 absolvieren. Anders als im Weltcup sieht das Reglement für die 20-Jährige eine Startverpflichtung in der Altersklasse vor. Dass sie auch schon zur Erwachsenenweltspitze gehört, bewies Stigger in Tschechien mit zwei fünften und einem dritten Rang im Short Track eindrucksvoll. “Es ist irgendwie total verrückt, vor der Weltcup-Woche hätte ich mir das nie erwartet”, meinte Stigger, der sämtliche Experten auf Anhieb Top-Ten-Plätze zugetraut hatten.

Die in Nove Mesto völlig unbekümmert auftretende Ötztalerin will auch das Heimrennen entspannt angehen, schließlich war sie auch schon 2018 bei der Straßen-WM in Innsbruck auf ungewohntem Terrain sensationell zu Junioren-Gold gefahren. “Mit einer Heim-WM kann ich gut umgehen, ich habe in Innsbruck schon gute Erfahrungen gemacht. Ich freue mich einfach mega auf Leogang”, betonte zweimalige Cross-Country-Juniorenweltmeisterin und -U23-WM-Zweite des Vorjahres. Als ihre schärfste Rivalin um Gold auf der eigens für die WM gebauten Strecke im Zielbereich der Asitz-Bergbahn gilt am Samstag die in Tschechien sogar noch bessere Französin Loana Lecomte (21 Jahre).

Die zweite rot-weiß-rote Medaillenhoffnung im Cross-Country ist im Juniorenbewerb die Tirolerin Mona Mitterwallner, der in Nove Mesto ein überlegener Sieg gelang. Nichts zu holen wird für Österreich hingegen in den Eliteklassen der Olympia-Disziplin sein. Bei den Männern ist für das ÖRV-Team um Karl Markt und Max Foidl im Feld mit Topstar Nino Schurter ein Top-20-Ergebnis das realistische Ziel. Die Frauen um Elisabeth Osl sind gegen Topfavoritin Pauline Ferrand-Prevot und Co. noch krassere Außenseiter.

Sehr wohl eine Medaille ist am WM-Schlusstag jedoch für Höll möglich, die mit dem Selbstvertrauen ihres Sieges in Innsbruck die kurze Anreise nach Leogang antritt. Die Saalbacherin hat in den vergangenen beiden Jahren den Junioren-Weltcup mit Seriensiegen dominiert, dabei gelang ihr 2019 zweimal sogar eine bessere Siegerzeit als den Elite-Gewinnerinnen. Die deshalb hohe Erwartungshaltung erfüllte die erst 18-Jährige am Sonntag beim Crankworx-Festival in Tirol vor der mehrfachen WM-Medaillengewinnerin Tracey Hannah (AUS). “Das ist unglaublich. Es war ein Jahr, in dem ich nicht wusste, ob meine Vorbereitung gut war, jetzt weiß ich, dass es nicht verkehrt war, was ich gemacht habe”, sagte Höll nach dem ersten Kräftemessen im Coronajahr.

Der Erfolg sei eine zusätzlich Motivation für die WM, auf die sie sich trotz großer Anspannung schon enorm freue. “Das ist meine erste Elitesaison, die WM – noch dazu in Leogang, das macht mich schon ein bisschen nervös. Ich kenne die Strecke, aber es ist jetzt schon mehr Druck da.” Sie verspüre eine Mischung aus Vorfreude und Respekt, denn die sehr schnelle WM-Strecke verzeihe keine Fehler, so Höll, die mit knappen Zeitabständen rechnet.

Mit David Trummer könnte aber auch im Downhill der Männer ein Österreicher vorne mitmischen. Der Steirer zeigte sich jedenfalls in bei seinem Sieg in Innsbruck am Sonntag in starker Verfassung, freilich waren dort die Topstars um Weltmeister Loic Bruni nicht am Start. Dennoch darf er sich nach Top-Ten-Fahrten im Weltcup des Vorjahres einiges ausrechnen.

Auf die Unterstützung von Heimpublikum müssen Trummer, Höll und Co. aufgrund der Corona-Beschränkungen leider verzichten, die wichtigsten Rennen sind aber live auf ORF Sport + und via redbull.tv zu sehen. Neben dem Fan-Ausschluss gelten während der am Mittwoch mit den Cross-Country-Teambewerb beginnenden WM strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Alle rund 700 Teilnehmer aus fast 50 Nationen und ihre Betreuer müssen zudem vor der Anreise ein negatives Testergebnis vorweisen.

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