Mountainfilm 2019: Grand Prix Graz geht an Jan Haft

Beim internationalen Mountainfilm-Festival Graz sind am Samstagabend die Preise verliehen worden. Den Grand Prix Graz gewann der deutsche Dokumentarfilmer Jan Haft mit “Magisches Island”. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Als bester österreichischer Beitrag wurde “Exploring Hans Hass” von Oliver Bruck ausgezeichnet.

Als ein “unvergessliches Fest für die Augen, das die Zuschauer dank der aufregend schönen Bilder dieser Vulkaninsel, mit all ihrer Pracht an Flora und Fauna, fesselt”, bezeichnete die Jury Jan Hafts Dokumentation über Island. Haft ziehe tief in den Bann “dieses magischen Ortes” und sei zugleich ein Meister darin, “die Wissenschaft durch seine hohe Kunst verständlich zu machen. Mit dem 51-minütigen Film über die größte Vulkaninsel der Welt hat sich Haft bereits zum zweiten Mal den “Grand Prix Graz” für sich gesichert: Im Jahr 2009 erhielt er ihn für seine Doku “Mythos Wald”.

Der österreichische Gewinner der Kamera Alpin Austria, Oliver Bruck, ging in seiner Dokumentation “Exploring Hans Hass” von einem Zufallsfund zahlreicher, bisher unbekannter und von Hans Hass noch zu Lebzeiten zur Vernichtung bestimmter Filme aus. In einem “gekonnten Zusammenspiel von Fundstücken, Archivmaterial, eigenen Ortserkundungen und Gesprächen mit Weggefährten” sei es ihm laut Jury gelungen, “einen komplexen, jedoch immer fließenden visuellen und akustischen Erzählstrang zu entwickeln. Dieser zeichne “nicht nur ein differenziertes Porträt des österreichischen Tauch- und Filmpioniers, sondern vor allem des Menschen Hans Hass”, begründete die Jury ihre Entscheidung für die Zuerkennung des mit 2.000 Euro dotierten Preises.

Die Kamera Alpin in Gold in der Kategorie “Alpinismus und Expeditionen” gewann der Franzose Guillaume Broust mit “The Pathan Project”. Erzählt wird die Geschichte von vier Bergsteiger-Freunden und ihrer waghalsigen Expedition zu bisher unbestiegenen Gipfeln in Pakistan. “Wir von der Jury haben mitgefiebert, wir haben die Angst gespürt und den Schweiß gerochen und trotzdem immer wieder lachen können”, legte die Jury dar. Christian Schmidt wurde für seinem Beitrag “8.000+” in der Kategorie “Sport in Bergen & Natur” ausgezeichnet. Die Jury hob die berauschend schönen Bilder des Films des Deutschen hervor. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

In der Kategorie “Natur & Umwelt” erhielt Denise Blaquiere (Deutschland) die Kamera Alpin in Gold für die Arbeit “Faszination Arktis – Tauchgang unter dünnem Eis. In ihm unternehmen zwei Extremtaucher eine Entdeckungsreise in die Unterwasserwelt des Polarmeeres. “Ein Werk, das durch seine Schönheit besticht und gleichzeitig zeigt, dass das zerbrechliche Gleichgewicht der Natur zu kippen droht”, befand die Jury.

Der Niederländer Joost van der Wiel ging mit seinem Dokumentarfilm “Drommeland” als Gewinner in der Kategorie “Menschen und Kulturen” hervor. Er zeige laut Jury anhand eines 60-jährigen Mannes das “durchaus menschliche Verlangen nach gesellschaftlichem Rückzug, nach Leben in unberührter Natur”. Dabei sei es ihm “mit großem Einfühlvermögen” gelungen, die Stimmungen der sich verändernden Landschaft und die Gefühlslagen seines Protagonisten, der zwischen “glücklichem Alleinsein und quälender Einsamkeit” schwanke, einzufangen.

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