Mühlviertler Granitsteine laden zum Staunen ein

Auf Wanderer warten gerade im Herbst neben den 255 Kilometer Wegen auch beeindruckende Fauna und Flora

Der Mühlviertler Naturpark eignet sich gerade im Herbst für Wanderausflüge. In Rechberg und St. Thomas am Blasenstein gibt es einige Kraftplätze.
Der Mühlviertler Naturpark eignet sich gerade im Herbst für Wanderausflüge. In Rechberg und St. Thomas am Blasenstein gibt es einige Kraftplätze. © Mühlviertel Marken GmbH/Erber

FREISTADT – Die teils kühlen Temperaturen in den Morgen- und Abendstunden sind schon erste Vorboten für den kommenden Herbst, der von vielen gerne zum Wandern genützt wird. Das Mühlviertel bietet mit einer Reihe außergewöhnlicher Kraftplätze ein breites Angebot für Naturbegeisterte.

In der Gemeinde Rechberg findet sich etwa der „Schwammerling“, eine ungewöhnliche Felsformation, die durch Wollsackverwitterung entstanden ist, und auch Wackel- oder Schaukelstein genannt wird. Der ovale Granitblock ruht sicher auf einem drei Meter hohen Felsblock und ähnelt einem großen Pilz.

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Durchkriechen hilft gegen Kreuzschmerzen

Über die Region hinaus bekannt ist St. Thomas am Blasenstein wegen der sogenannten „Bucklwehluck’n“. Ein fünf Meter hoher Granitblock zeigt einen Spalt, als ob zwei Felsblöcke aneinander gelehnt wären. Nach Volksglaube hilft ein Durchschlüpfen von Ost nach West gegen Kreuzschmerzen und rheumatische Beschwerden. Man wird quasi als gesunder Mensch wiedergeboren. Die Tradition des Durchkriechens wurde schon in der Ur- bzw. Frühgeschichte praktiziert.

Die „Zigeunermauer“ in St. Thomas am Blasenstein ist eine imposante natürlich überdachte Felshöhle, die dem berühmten Räuberhauptmann Grasel als Unterschlupf gedient haben soll.

Der Naturpark Mühlviertel kann aber auch mit einem immateriellen UNESCO-Kulturerbe aufwarten – dem Pechölbrennen im östlichen Mühlviertel. Bei ausgewählten Veranstaltungen kann der Besucher das alte Handwerk hautnah miterleben.

Insgesamt lassen sich 255 km Wanderwege erkunden, für Radfahrer stehen eine Mountainbike-Strecke (45 km) und die Naturpark-Route (56 km) bereit.

Neben der Flora gibt ein eigener Themenweg Einblick in die Welt der Schmetterlinge. Die Magerwiesen und Trockenrasen der Region beherbergen den Schwalbenschwanz, der Tagfalter ist häufig beim „Hilltopping“ (Gipfelbalz) im Ortskern von St. Thomas zu sehen. Auf der Blockheide in Rechberg fühlt sich die „Nachtigall des Mühlviertels“ – die Heidelerche zu Hause. In der Naarn ist die Fluss- perlmuschel zu finden, in den Schluchtwäldern und Blockburgen lebt der Uhu – die größte heimische Eule.