Mühlviertlerin entkam australischer Feuerhölle

Maria Hunger war mit 4000 Menschen in Mallacoota eingeschlossen: „Wir hofften nur noch, dass die Flammen uns nicht erwischen!“

Eine gewaltige Feuerwalze bewegte sich auf den Küstenort Mallacoota zu. Maria Hunger (kl. Bild) erlebte die Dramatik, um das Leben zu bangen, hautnah mit. Mit einem Speedboat konnten sich die Mühlviertlerin und ihre Freunde in Sicherheit bringen, nachdem sie tagelang eingeschlossen waren.
Eine gewaltige Feuerwalze bewegte sich auf den Küstenort Mallacoota zu. © Privat

Die verheerenden Buschfeuer in Australien haben Tausende in die Flucht getrieben — unter ihnen auch eine Mühlviertlerin, die sich in Mallacoota an der Südostküste direkt in der Feuerhölle befand.

Weil ihr australischer Freund mit seiner Band zu Silvester in dem Dorf einen Auftritt hatte, flog Maria Hunger (35) aus Ried in der Riedmark (Bez. Perg) mit ihm kurz vor Weihnachten in seine Heimat. Am 27. Dezember ging es in den rund 1060 Einwohner zählenden Küstenort, wo sie von den Buschfeuern überrascht wurden.

Maria und ihr Freund Nick Priest waren mit Einheimischen und rund 3000 Touristen tagelang in der Feuerhölle eingeschlossen und erlebten apokalyptische Szenen. „Am Silvestermorgen war das Feuer nur ein paar hundert Meter von uns entfernt vorübergezogen. Als um 5.30 Uhr die Sonne aufging, war es ,taghell’ und verraucht. Dann färbte sich der Himmel dunkelrot, um 7 Uhr war es draußen pechschwarz vom Rauch“, schildert die studierte Landschaftsarchitektin.

Maria Hunger erlebte die Dramatik, um das Leben zu bangen, hautnah mit. Mit einem Speedboat konnten sich die Mühlviertlerin und ihre Freunde in Sicherheit bringen, nachdem sie tagelang eingeschlossen waren.
Maria Hunger erlebte die Dramatik, um das Leben zu bangen, hautnah mit. Mit einem Speedboat konnten sich die Mühlviertlerin und ihre Freunde in Sicherheit bringen, nachdem sie tagelang eingeschlossen waren. © Privat

Zunächst blieben sie im Hotel, schützten sich mit nassen Handtüchern vor der Tür vor dem Rauch. „Doch plötzlich setzte Funkenflug ein und wir liefen mit nassen Handtüchern vor dem Gesicht raus, um die Funken rund um das Hotel zu löschen. Nach etwa zweieinhalb Stunden Dunkelheit und Funkenflug trieben mächtige Windböen das Feuer in unsere Richtung“, erzählt Hunger von der Dramatik der Lage: „Wir verschanzten uns im Hotelzimmer und hofften nur noch, dass uns das Feuer nicht erwischt.“ 40 Häuser wurden zerstört.

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„Betet für uns, dass wir das überstehen“

„Betet für uns, dass wir das überstehen“, lautete die Botschaft, die die junge Oberösterreicherin via WhatsApp an ihre bangende Familie nach Hause schickte. Dann kam das große Aufatmen, dank Feuerwehr und einem „echten Wunder“ hatten sie überlebt. Zwei Tage später kam es neuerlich zu einer dramatischen Lage, weil der Wind gedreht hatte. „Viele Menschen flüchteten hinter die Dünen an den Strand“, erzählt Vater Josef Hunger im VOLKSBLATT-Gespräch. „Eineinhalb Tage hatten wir gar keinen Kontakt. In dieser Situation ist es nicht einfach die Ruhe zu bewahren. Aber man kann 20.000 Kilometer entfernt nur hoffen“, sagt er.

Mit zwei Militärschiffen wurden die 4000 in Mallacoota eingeschlossenen Menschen vergangenen Samstag dann evakuiert. Das Paar konnte mit einigen anderen mit einem Speedboat aus der Gefahrenzone entkommen.

In New South Wales und Victoria lodern noch mehr als 170 Feuer. Seit Beginn der Brände im Oktober sind landesweit 24 Menschen gestorben, etwa sieben Mio. Hektar Land brannten nieder.

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