Mundwerk und Luftströme

Donaufestwochen: „Element of Prime“, fünfstimmiges Blockflötenconsort

Die großartigen Flötistinnen von „Element of Prime“ begeisterten bei den Donaufestwochen.
Die großartigen Flötistinnen von „Element of Prime“ begeisterten bei den Donaufestwochen. © Element of Prime

„Auff den Mund“ komponierte Helmut Schmidinger für die Flötistinnen „Element of Prime“ nach einem mittelalterlichen Gedicht. Da gluckst, hickst und gluckert es, am Glas perlt die Kohlensäure, der Atem wird schwer, sinnlich und übermütig die Klänge. Scharfe und sanfte Töne liegen ganz nah beieinander. Auf der Bühne kleine Sopran- bis manns- bzw. frauhohe Bassflöten.

Alte Musik fließt nahtlos in Avantgarde über

Das fünfstimmige Blockflötenconsort besteht aus Carin van Heerden, Magdalena Rath, Domenika Thanner, Veronika Traxler und Michaela Vaught. „Prime“ steht für Höhepunkt und Krönung. Würdig für den Abschluss der heurigen Donaufestwochen als „Bühne der alten Musik mit Kontrapunkten“, dem Motto von Intendantin Michaela Gaigg. Einmal mehr fließt alte Musik nahtlos über in musikalische Avantgarde, hauchen begeisterte Musikerinnen teils vergessenen Komponisten blühendes Leben ein. Festwochenleiter Walter Edtbauer eröffnete für das Finale mit Schloss Dornach einen weiteren Schauplatz und zeigte sich zufrieden mit einer 95-prozentigen Auslastung der dreiwöchigen Festspiele.

„Mund.Werk — von Mundsinnen und Unsinnen“ untertiteln die fünf Flötistinnen ihr Programm. Der Mund dient ja nicht nur dem Instrument, sondern auch zum Trinken, Essen, Küssen, Reden. Ungezählte Funktionen von Mund und Luft machen die Musikerinnen in ihrem Spiel bewusst, erklären, verstärken, spielen, verführen. Um 1500 komponierte Flüche, Marktgeschrei, Jubel, Frohlocken, Beten oder Klagen berühren heute wie einst.

Flötistinnen mit Virtuosität und Charisma

Mit ihrer Virtuosität und ihrem Charisma lassen die fünf Musikerinnen Flöten wie menschliche Stimme klingen, vielfarbig und ausdrucksstark, leiten auch über in echten Gesang, führen den Luftstrom wieder an ihre Instrumente, um ihn weiterzureichen von Flöte zu Flöte, schnelle oder langsame Luft, hell oder dunkel. Viele Facetten von Mund und Luft zum Einklang gebracht, wobei jede ihre Persönlichkeit behauptet. Energie und Begeisterung übertragen sich ins Publikum. Großer Jubel.

Von Eva Hammer

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