Musik in Körpersprache verwandelt

Eröffnungskonzert der St. Florianer Brucknertage mit „Bruckner getanzt“

Im Marmorsaal wurde Bruckner getanzt.
Im Marmorsaal wurde Bruckner getanzt. © R. Winkler

Von Christine Grubauer

Das Eröffnungskonzert der St. Florianer Brucknertage fand in dem zur Arena umgebauten Marmorsaal des Stiftes statt — mit Bruckners Musik als Tanzfassung. Auf den vollbesetzten erhöht aufgebauten Sitzgelegenheiten war neben Hausherrn Probst Holzinger auch viel Prominenz wie Landeshauptmann Thomas Stelzer, der das Fest eröffnete. Seit 1997 bestehen diese Florianer Brucknertage und man bemüht sich immer wieder mit neuen Aktionen unseren Genius loci ins Rampenlicht zu stellen – mit besonderem Augenmerk auf einer Symphonie, heuer der II. (am 24. August konzertant in der Basilika).

Mit „Bruckner getanzt“ betritt das Fest ein gewagtes Neuland, und das mit einer modernen Choreografie, die in Zusammenarbeit der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Rose Breuss und ihrem Institute for Dance (IDA) und dem jungen Tanzensemble entstand. Zu den symphonisch reduzierten Klängen auf zwei Klavieren der II. Symphonie erlebte man mit den beiden Pianisten Till Alexander Körber und Oleksandr Popov doch den Gehalt dieser vier Sätze in einer der frühen Brucknerfassungen. Das Auge war auf die zehn Tänzer gerichtet, die in ihren schlicht gestalteten Roben die Musik in Körpersprache verwandelten. Ihre Schritte und Gesten wurden zu einem erhebenden Ausdruck, der sich in solistischer und gruppendynamischer Abfolge, immer wieder am blanken 300 Jahre alten Marmorboden neu formierte.

Unmittelbar folgten die „Antworten auf Bruckner“ von Ralph Mothwurf (* 1988) als Uraufführung für zwei Klaviere. Mothwurf ist ein junger Linzer Komponist, der sich keinem Stil verschließt, im Jazz genauso zuhause ist wie in der Klassik und der Neuen Musik. Volle Begeisterung, Applaus und Dank für den „Getanzten Bruckner“.

Wie ist Ihre Meinung?